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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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7. KAP.

Villa Careggi

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Villa Rusciana, die Brunelleschi für Luca Pitti umbaute, sind zu sehr verändert, alsdaß man auf ihre erste Gestaltung sicher schließen könnte. Auch die erste Villa, die dasdamals noch schüchtern sich regende Rom sah, das Belvedere, das Papst Nikolaus V.auf dem vatikanischen Hügel erbaute, war ein zinnengekröntes Schlößchen. Dengleichen Charakter zeigt auch der alte Teil von Villa Imperiale bei Pesaro, die sichAlessandro Sforza erbaute und zu der Kaiser Friedrich III. im Jahre 1452 den Grund-steinlegte 16 . Die Villa Imperiale hatte auch noch, wie der Palazzo Vecchio, den auf derFassade aufsitzenden ragenden Turm. Der Garten, der sich Schilderungen des XVI.und XVII. Jahrhunderts zufolge an diese Seite der alten Villa in Pesaro anschloß undaus einem Prato und darunter auseinem Orangengarten bestand, wirddieser ersten Anlage angehört haben.In Careggi ist der Garten in seinenGrundzügen noch erhalten, wenn er inden Jahrhunderten auch die mannig-fachsten Veränderungen der Bepflan-zung gesehen hat. Der Hauptgartenschloß sich an die Südfront des Hausesan; er hat nach einer Seite noch diealte, hohe, zinnengekrönte Mauer. Auchist es möglich, daß das Mosaikpflaster,das dem Hause zunächst ganz ähnlicheMuster wie die Beete daneben aufweist,schon im XV. Jahrhundert einen ähn-lichen Charakter hatte. Dieses vorder-ste Parterre ist wohl auch schon vonAnfang durch das kleine Mäuerchenmit einem Tore von dem weiterenHauptgarten abgeschlossen gewesenund war als Blumengarten mit denTerrakottavasen, wie wir sie aus Qua-racchi kennen, geschmückt. Die Be-pflanzung des Hauptgartens muß, nach

Quaracchi ergänzt, von Pergolen durchzogen gedacht werden. In den ausgespartenPlätzen war er mit Obstbäumen bestanden, jedenfalls hat auch nier der reiche Buchs-verschnitt nicht gefehlt, so wenig wie die Lauben mit Bänken und die anderen Sitzplätze.Glücklicherweise hat sich das lieblichste Haupt-und Zierstück des Gartens, der Brunnendes Verrocchio mit dem übermütigen Putto, der einen Delphin unterm Arm trägt (Abb.155), erhalten, wenn er auch nicht mehr am alten Platze steht, sondern heute den Hof desPalazzo Vecchio in Florenz schmückt. In den Garten schaut an einer Seite die zierlicheLoggia: Eine offene Loggia über Garten und Hof schildert schon Boccaccio. Hier aberverleihen ihre heiteren, auf Säulen ruhenden Bogen dem Gebäude den stärksten Zug desRenaissancestiles. Dort versammelte Lorenzo der Prächtige die Freunde zur platoni-schen Akademie, von dort genossen sie die einst köstliche Aussicht 17 . Das Haus, daswie Quaracchi noch in der Ebene liegt man scheute damals noch die scharfe Luft der

Abb. 155Brunnenputtovon Verrocchio,ursprünglich imGarten derVilla Careggi

Phot.