7. KAP.
Leon Battista Alberti
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.466. 150aDachgärtchenaus Verona
Stich
aus Volkamer
ER Chronist Villani hatte trotz seines Stolzes auf die Schönheitseiner Vaterstadt doch noch mit leisem Kopfschütteln von demLuxus des Villenlebens gesprochen. Der Dichter Boccaccio läßtseine Gesellschaft schon mit aller Freiheit und sorglosen Heiter-keit sich in der schönen und eleganten Umgebung ergehen, unbe-schadet des Pesthauches, der ihr zu Füßen über der Stadt brütet.Doch erst ein ganzes Jahrhundert später erklingt aufs neueeine Stimme in Italien, die mit einem Jubelrufe die Herrlichkeitdes Landlebens preist. Wenn Leon Battista Alberti in seinem Buche vom Hauswesen 1das Glück des Lebens auf der Villa schildert, dann fühlt er sich mit Stolz an der Seitevon Cicero, Horaz und Plinius. Mit Lust atmet er die reine, freie Luft um Florenz;dort liegen Villen in kristallklarer Luft und heiterer Umgebung mit schönster Aus-sicht, nur selten gibt es dort Nebel und keine bösen Winde, und alles ist gesund undrein. Dort können seiner Ansicht nach die Menschen gar nicht anders als gut undgerecht sein, ,,dort hin folgt ihnen nicht, wie bei anderem Besitz, Furcht und Verrat,keine Betrügereien von Schuldnern und Anwälten. Dort geschieht nichts heimlich,nichts, was nicht von vielen gesehen und gekannt ist". So geht es noch eine Weilefort in behaglicher Breite des Dialogs. Aber der „große Alberti", wie ihn Burck-hardt nennt, mit dem die Sonne der Renaissance leuchtend über Florenz aufging,hat noch ein anderes gewichtigeres Wort zur Frage der Villen und Gärten zu spre-chen : als bildender Künstler. Er ist hier wie auf allen anderen Gebieten der erste, der,mit festem Zielbewußtsein zurückgreifend, anknüpfen mochte an die große Vergangen-heit seines Volkes, an die Blütezeit der römischen Welt. Wie sehr diese Anknüpfungeine rein literarische ist, sehen wir wohl auf keinem Gebiete so deutlich, wie aufdem der Villenarchitektur und des Gartens. In seinem Werke „De Architectura" ent-steht die Villa der Frührenaissance in aller ihrer heiteren Schönheit 2 : mit offenenHallen in anmutiger Willkür geschmückt, wobei „der Künstler die Verhältnisse der