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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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196
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Zierstücke im Garten

6. KAP.

Abb. 124

Gdrtchen mit

verschnittenen

Bäumen und

Blumentöpfen.

Aus Breviarium

Grimani

üppig sprießenden Blumenteppich. In späterer Zeit begnügte man sich nicht mehrmit einem Garten. Durch zierliche Gitter und Tore wurden die einzelnen Gärteninnerhalb der festen Mauer abgetrennt. ImRoman de la Rose" haben wir denreizenden Anblick der verschiedenen Gärtlein (Abb. 133). Inmitten der Blumen-wiese liegt der Brunnen, der diesen Rasen besonders feucht, weich und dicht erhält.Aus dem Bassin läuft ein schmaler Kanal ab, der den übrigen Garten bewässert unddurch eine vergitterte Lücke in der Mauer abfließt. Hinter einer Allee von Bäumenzieht sich im Hintergrunde ein Gitter, mit Rosen bewachsen, hin. Ein anderes trenntdiesen Garten von dem benachbarten Stück, in dem die Blumen auf Beeten gezogenwerden. Diese Beete sind zum großen Teil mit Steinmäuerchen eingefaßt, so auchauf dem Brüsseler Bilde (Abb. 138), während auf dem David-bilde (Abb. 149) augenscheinlich nur ein schmales Holzstaketdie Erde festhält. Die Wege zwischen diesen Beeten warenvon festem Sand und schön und eben gehalten. Ja, wenn essich um besondere Schmuckgärtlein handelte, so waren dieBeete auch ringsum mit zierlichem Pflaster umgeben, wie indem reizenden kleinen Garten neben dem Gehäuse des hei-ligen Hieronymus auf dem Brüsseler Bilde (Abb. 138). Hiersehen wir auch einen kleinen verschnittenen Baum auf einemder eingefaßten Blumenbeetlein, während ein kleiner Brunnenein anderes ziert. Sehr häufig werden diese künstlich zu drei-fachen Kränzen gezogenen Bäume auf die Blumenbeete mittenhineingesetzt (Abb. 134). Wenn es dann galt zum Frühlings-feste den Maibaum aufzurichten, so gab man auch ihm diese be-liebte Gestalt und hing in die Krone künstliche Früchte, umdie Tänzer recht anzulocken (Abb. 135).

Ein Hauptstück der mittelalterlichen Garten ist die Laube.Das Altertum kannte die Laube als Pergola oder als Holzlatten-werk, grün überrankt, wohl auch von aufgemauerten Säulengestützt, in aller Zierlichkeit ausgeführt. Doch war sie in jenenGärten nicht so notwendig. Dort gab die Portikus auch ingroßen Gärten den leicht erreichbaren Schutz gegen Sonne undWetterunbill; die Hausgärten waren meist unmittelbar von Ge-bäuden umgeben. Der mittelalterliche Garten lag dagegen häufigabseits; er brauchte ein wirkliches Schutzhaus im Freien: Vorden heißen Sonnenstrahlen genügten die Rosen- und Geißblatt-lauben (Abb. 136), die in allerlei Gestalt den Garten schmückten;und um sich mit einem treuen Buhlen zu verbergen, genügtesolch ein leichtgefügtes Sommerhaus. Auch den Laubengang alsWandelbahn kannte man (Abb. 149). Manchmal wurde ein,,Rosenstock gezogen":

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So breit und dick,

daß er vor der Sonne Blick

zwölf Rittern Schatten hat gegeben;

er war um und um eben