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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Aschraf

5. KAP.

Abb. 119Aschraf, Teichim Schahgarten

Nach Sarre

auf. Ein breiter gemauerter Kanal durchschneidet von Terrasse zu Terrasse in Kas-kaden herabfallend die Mitte und durchströmt auch den Pavillon (A; Abb. 118), der mitoffener Säulenhalle auf die fünfte Terrasse herabsieht. Auf dieser, breiter als dieübrigen, erweitert sich der Kanal zu einem rechteckigen Bassin (Abb. 119), das von vierBlumenbeeten eingefaßt ist, durch die ein Querarm des Kanals fließt. Ähnlich sind auchdie meisten anderen Gärten angelegt, so der Quellgarten mit seinem Kuppelpavillon aufder Höhe und der Bagh-i-Sahib-Zeman, d. h. Garten des Herrn der Zeit, dessen großerPavillon schon wie ein Palast ausgestaltet ist. Der Harem hat seinen eigenenGartender Heimlichkeit", den eine besonders hohe Mauer umschließt. Auch eine östlich vomHauptgarten gelegene hohe Terrasse, die durch ein Treppensystem von diesem zu-gänglich war, diente zeitweilig den Haremsdamen zum Aufenthalt. Ein besondererSchmuck dieser Gärten, deren Bepflanzung sonst eine romantische Wildnis gewordenist, ist auch heute noch die Zypresse, die mit ihren alten prachtvollen Stämmen Teich-und Kanalränder umsäumt.

Und Asiens alte Traditionen seiner Gartenanlagen sind bis in unsere Tage nicht unter-brochen. Was die Safidendynastie für Isphahan, das leisteten die Schahs aus demHause Kajar für Schiras, als sie am Ende des XVIII. Jahrhunderts ihre Residenz indiese gesegneten Fluren verlegten. Heute wie seit ältesten Zeiten waren Schiras' un-vergleichlicher Ruhm die paradiesischen Gärten, die auch jetzt alle Reisenden, die denbeschwerlichen W T eg von Norden her machen, mit hellem Entzücken erfüllen 63 . UndSchiras scheint sich eben in einer Periode des erneuten Aufschwungs zu befinden, manpflegt nicht nur den Grabhain des Dichters Firdusi, der vordem lange vernachlässigt