5. KAP.
Samarrä
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Sohn Muta-wakkil im Norden eine zweite besondere Stadt, die in einem Jahre entstand,ein Jahr bewohnt wurde, um dann, nachdem der Kalif durch seinen Sohn ermordetwar, völlig wieder verlassen zu werden; und doch ward hier ein Palast erbaut, dessenAreal etwa 1V3 qkm bedeckt, fast 35 mal so groß wie der Palast des Diokletian inSpalato 29 ". Solch ein Kalifenpalast umfaßt nun zunächst weite Eingangshöfe (Abb. 106),die zwar gepflastert sind, aber einer allgemein asiatischen Sitte zufolge mit blühendenTopfpflanzen geschmückt waren. Sie mußte man durchschreiten, ehe man zu deneigentlichen Prachtsälen und meist dann erst nach der Wohnung des Herrschers ge-
Abb. 106Balkuwara,Samarrä,Grundriß
4; Nach Herzfeld
langte; zu beiden Seiten waren die Wohnungen der Hofleute, Magazine und häufignoch große weite Plätze, vielleicht als Baumgärten und Spielplätze zu denken. DerHauptpalast schaute gewöhnlich nach der Flußseite, manchmal mit großen vorge-lagerten Gärten: das ist das Bild des einzigen bisher zuverlässig ausgegrabenen Palastesdes Thronfolgers im Süden der Stadt, des Balkuwara 29b . Der auffallendste Zug ist diestrenge axiale Anordnung, die mit Benutzung der erhöhten Lage des HauptpalastesDurchblicke nach allen Seiten gestattete. Der Garten nach der Flußseite ist vonMauern mit Pilastern umschlossen, die an dem Ufer in reich geschmückten Pa-villons enden; dort liegt ein Bootshafen am Ende, eine Anordnung, die an den Palastvon Tell-el-Amarna erinnert. In der Mitte des Gartens befindet sich ein Wasserbassin 29C .Die gleiche axiale Anordnung zeigt auch der im Mittelpunkt gelegene Palast desKalifen, soweit die noch sehr oberflächlichen Grabungen urteilen lassen 30 (Abb. 107).Auch hier erhebt sich der Palast mit seinen Höfen über dem hohen Flußufer, eine vor-