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Gartenteppiche
5. KAP.
Abb. 103
Gartenteppich,Persien
Phot.
Frühlingsgarten des Königs Chosro genannt wurde. Solcher Gartenteppiche sind ausspäterer Zeit mehrere bis auf unsere Tage erhalten (Abb. 102), das immer gleiche ist dieRegelmäßigkeit der Anlage, meist ein Bassin in der Mitte, von Wassertieren belebt,ringsumher Wege und schmale Kanäle, dazwischen die regelmäßigen Blumenbeete, sehr
häufig ist auch der ganzeRand als Wasserkanal ge-dacht und mit Fischen be-lebt oder von einer Insel inder Mitte gehen Wasserarmeaus (Abb. 103). Die Häufig-keit einer solchen Darstel-lung in der Teppichwebereizeigt sich darin, daß im Ara-bischen noch heute dieserRand su = Wasser genanntwird 24 , während der Fondim Inneren sowohl im Arabi-schen wie im AltpersischenErde bedeutet. Diese Aus-drücke, zusammengehaltenmit jener frühesten Nach-richt über einen persischenTeppich, machen es mehrals wahrscheinlich, daßsolche Gartenteppiche derUrgedanke der ganzen Tep-pichdekoration überhauptwaren. Genau dem gleichenZwecke wie die Garten-malerei an den Wänden,dienten auch die Teppiche,das eigentliche persischeMöbel überhaupt und nurim Winter gebraucht, da-zu, den vermißten und er-sehnten Garten darzustel-len. Und selbst das Material,Silber, Gold und Steine, mit dem man die Malerei der Wände wie das Gewebe, aufdem man saß, belebte, war ein ähnliches. Der Teppich, auf dem der Perser mit ver-schränkten Beinen sitzt, muß ihm die Illusion des Gartens, dessen Wohlgeruch er sichdurch künstliche Essenzen herstellte, besonders hervorgezaubert haben. Auf diesenTeppichen ist auch uns wenigstens ein schwaches Bild der eigentlichen Haus- undZiergärten jener Zeit aufbewahrt 26 . Anderseits sehen häufig die Gartenbilder auf denMiniaturen wie Teppiche aus (Abb. 104). Auch die Liebe zu den Bäumen erbt bei demPerser zu allen Zeiten fort. Wie im Altertum benutzt er gerne schöne alte Bäume zu
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