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Byzantinische Villen außerhalb der Stadt
5. KAP.
Byzanz wird schon in früher Zeit gesprochen 19 , und ein Raum im Palaste des Chryso-trikliniums war zu einem „blumenreichen Rosengarten gestaltet, in dem vielfarbige,zierlich verschiedenartige Steinchen die Gestalt frisch wachsender Bäume nachbildeten,die von Schlingpflanzen umschlossen waren und durch diese Zusammenfügung ganzunvergleichlich wirkten". Eine silberne Einfassung, die einen Ring bildete, krönte dasGanze, das dem Beschauer ein unermeßliches Vergnügen gewährte 20 . Auch diese Garten-zimmer gehen auf römische und wahrscheinlich hellenistische, vielleicht ägyptischeVorbilder zurück. Von ihrer Wirkung in der italienischen Renaissance wird noch dieRede sein.
Sehr spärlich sind die Nachrichten von Gärten byzantinischer Villen außerhalb derStadtmauer. Wohl haben sich Namen erhalten, die unsere Phantasie anregen, so die„Perle", die Kaiser Theophilos sehr liebte, oder das Philopation, das später viel genannte.Die eigentlichen Hof- und Ziergärten werden sich von denen der Stadtpaläste wohlkaum unterschieden haben. Doch war bei den Byzantinern wie bei ihren östlichen Nach-barn die Jagd und die Unterhaltung großer Jagdparks ein bevorzugtes Vergnügen. DieSommerresidenzen lagen meist in großen Jagdparks, häufig eine ganze Reihe in einemParke. So schildert Odo de Diögilo, der im Jahre 1146 den französischen König Louis VII.nach Konstantinopel begleitete, den Park des Philopation: „es war vor der Stadt einschönes geräumiges und ummauertes Gehege, das allerlei Jagd einschließt, auch Kanäleund Teiche enthält, darin waren auch Gräber und Schluchten, die anstatt der Wälderden Tieren Schlupfwinkel gewährten. Auf diesem anmutigen Platze glänzten einigePaläste, welche der Kaiser sich für die Sommerfrische gegründet hatte, mit übermäßi-gem Prunke" 21 . Das Philopation wurde bei dem deutschen Einfall zerstört, es lag tieferals die Stadtpaläste, so daß man von dort die Zerstörung mit ansehen konnte.
Diese Schilderung klingt ähnlich genug jener des prächtigen Lustschlosses, das sich dieFeinde der Byzantiner, die letzten sassanidischen Herrscher, mit vieler Kostbarkeit aus-gestattet hatten. Dastagard, das Chosro Parwiz, unter dem die Macht der Per-ser ihrem Ende entgegenging, so liebte, daß er am liebsten dort wohnte, war „von zahl-reichen Gehegen umgeben, in denen Strauße, Gazellen, wilde Esel, Tiere des Waldes,ja selbst Löwen und Tiger genährt wurden. Dort lebte der kunstsinnige Fürst, bis ervon den Byzantinern besiegt und sein geliebtes Dastagard zerstört wurde" 22 . Dies warnur ein Vorbote der letzten Vernichtung, die dem Perserreiche von einem neuen Feinde,dem aufwachsenden Volke der Araber, bereitet wurde. Chosro liebte es, mehr in seinenLustschlössern zu leben als in seiner Residenz in Maidan, dem Ktesiphon der Griechen.Von dem gewaltigen Bau des Kaiserpalastes—noch heute zeugen einige Ruinen von ihm—gibt die Ausdehnung des Thronsaales eine Vorstellung: seine Länge war 300 Ellen, seineBreite 120, während seine Höhe auf 100 geschätzt wurde. Vielbewunderte Gärten um-gaben diesen Palast, in denen die sassanidischen Herrscher ihre schwelgerischen Festefeierten. Nur wenn die rauhe Zeit des Winters sie zwang, sich in ihre Gemächer zurück-zuziehen, verließen sie den Garten, den sie aber auch hier nicht ganz missen wollten.Dem Willen des Herrschers kam die Kunstfertigkeit seines Volkes entgegen.
Zur Zeit des ersten Chosro (531—57g) wurde ein wunderbarer Teppich gewebt, 60 Ellenhatte er im Geviert. Aus kostbarstem Material war er gewoben, „der Fond des Teppichsstellte den eigentlichen, von Bächen durchrieselten und von Pfaden durchkreuzten Lust-garten dar, mit Bäumen und lieblichen Frühlingsblumen geschmückt. Die umfassende