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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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108
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Die Tusci des jüngeren Plinius

4. KAP.

Cicero nennt einmal den Gärtner, dem die besondere Pflege des Ziergartens untersteht,Topiarius 97 ; doch ist hier das Amt das frühere, und man nannte nach ihm diesenVerschnitt, worin der Gärtner später seine größte Kunst zeigen konnte, opus topiarii.Auch Cato, Varro, Columella erwähnen da, wo sie sich gegen den Villenluxus wenden,diesen doch ganz speziellen Gartenluxus nicht. In des älteren Plinius Zeit 98 allerdingsmuß man es in dieser, doch nicht ganz leichten Kunst schon ziemlich weit gebrachthaben, der Buchs und die Zypresse werden zu ganzen Gemälden von Jagd, Flottenusw. verschnitten, so daß die Anwendung des Verschnitts in der Villa seines Neffennoch sehr einfach erscheint.

An das westliche Ende der Portikus schließt sich die Badeeinrichtung, deren Lagesich auch nicht genau bestimmen läßt 99 . Von hier führen Treppen in eine höhere Ter-rasse zunächst zu drei kleinen Wohnpavillons 100 , von denen der eine auf den Platanen-hof herunterschaut, der zweite nach einem wohl westwärts gelegenen Pratum, der dritteauf den Weinberg, der sich terrassenförmig am Hügel heraufzieht. Hinter diesem, wahr-scheinlich auf der gleichen Terrasse, liegt eine Kryptoportikus 101 , an dem östlichen Endeist ein Speisezimmer hereingebaut, das Aussicht auf den Hippodrom, die Weinberge unddas Gebirge hat 102 , dann folgt noch ein vierter Wohnpavillon, der die Villa mit demHippodrom verbindet.

Die zweite Gebäudegruppe der Villa liegt hoch im Weinberg, augenscheinlich mitbesonderem Zugange. Auch hier bestimmen den Eindruck zwei Portikus mit mehrerenWohnzimmern und zwei Pavillons. Sie haben keinen Garten, genießen nur den Wein-berg. Augenscheinlich wollte man sich hier ganz auf dem Lande fühlen; im Laurentinumwerden wir sehen, wie man auch die Nutzgärten möglichst für den Genuß der Herren-räume ausbeutete.

Alle diese Anlagen und die Annehmlichkeiten der Gebäude übertrifft der Hippo-drom", so beginnt Plinius die Schilderung des dritten Teiles: des Parkes. Also auch dieserTeil der Gärten trägt den Namen eines Platzes für athletische Spiele, und so sehr erseine alte Bestimmung aufgegeben hat, so behält er doch nicht nur die Gestalt des Recht-ecks mit einer abgerundeten Seite, sondern auch die großen Züge des Grundplans derBepflanzung. Der Hippodrom liegt östlich von der nach Süden schauenden Villa, undzwar augenscheinlich tiefer, da man von den Fenstern des östlichen Tricliniums auf dieGipfel des Parkes herabschaut. Ganz werden uns auch darüber nur örtliche Ausgrabun-gen Aufschluß geben können 103 . Die Schilderung des Parkes ist so anmutig und anschau-lich, daß sie hier mit des Plinius eigenen W T orten folgen soll:In der Mitte ist er frei,so daß der Eintretende diesen Teil ganz überschauen kann. Platanen umgeben ihn rings,diese sind mit Efeu bekleidet, so daß sie unten von fremdem, oben von eigenem Laubegrünen, der Efeu rankt sich auch von Stamm zu Stamm, je zwei miteinander verbindend.Dazwischen ziehen sich Buchshecken, die nach außen hin Lorbeer abschließt, der seinenSchatten mit dem der Platane vermischt. Der Hippodrom verläuft gradlinig, nur an demäußersten Ende ändert er seine Gestalt zu einem Halbkreis. Hier ist er von Zypressenumgeben und von dichteren, dunkleren Schatten bedeckt. Die inneren Kreise (es sindderen nämlich mehrere) liegen der Sonne ganz offen, und hier, wo die vollkommeneSonne sich von dem kühlen Schatten scheidet, sind Rosen gepflanzt. Auf der anderenSeite geht das Halbrund wieder in eine gerade Linie über, und zwar nicht nur in eine,denn es sind verschiedene Wege von Buchs eingefaßt. Hier umschließt er eine kleine