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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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3. KAP.

Geoponika

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Bald wird ein sprudelnder Quell in ein viereckiges, mit Kunst hergestelltes Becken,das sich inmitten der Blumen erhebt, geleitet. Dies bewirkt dann wie ein Spiegel, daßzwei Gärten, der wirkliche und sein Bild, sich dem Blicke zeigten. Um alle vier Seitendieses Gartens geht eine Portikus herum, zwischen blühenden, schattenspendendenBäumen rankt sich Efeu, Weinspaliere sind an Rohr gebunden, und die Blumenwieder nur die wenigen Sorten zeigen ihre Schönheit im Wettstreit mit dem Gesangder Vögel.

Wenn auch der Garten immer gleich unbestimmt geschildert wird, so zeigt dochder Brunnen in der Mitte gerne Abwechslung: Bald ist es ein sprudelnder Quell,schneller als der Wind 111 , bald ein klares Badebassin, in dem sich die Liebenden badenund aus dem ein Quell in kleinen Kaskaden von Schale zu Schale springt, auf denenwieder Blumenblätter wie Schiffchen schwimmen, stets reizvolle kleine Anlagen 112 .

Mit dem Typus dieses Romanes, der über die Jahrhunderte immer weiter, tief in dasbyzantinische Mittelalter, seine Ableger senkt, reißt auch die Tradition für die Garten-schilderer nicht ab. Wenig Neues können wir daraus lernen, nur daß der byzantinischeGarten sich in der Richtung des hellenistischen fortentwickelt hat. Und an einzelnenZügen läßt sich der erneute starke Einfluß, den der Orient und insbesondere Persien undMesopotamien auf Byzanz ausüben, erkennen. In allen früheren Schilderungen zeigtsich eine verhältnismäßige Einfachheit; etwas von dem unausrottbaren griechischenSinn für edles Maß findet sich auch in den fernsten Ausläufern. Dann aber drängtsich mehr und mehr asiatischer Prachtsinn vor, der in Anhäufung von Motiven, ingleißender Pracht des kostbaren Materials, in der Durchführung schwieriger Kunst-stücke seine Befriedigung findet.