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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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2. KAP.

Künstliche Nachbildung des heiligen Baumes Pokunas

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^466. 43Heiliger Baumauf Ceylon

Nach H. Cave

erheben, errichten ließ. In der Mitte dieses Reliquienschreines ließ der König einenFeigenbaum aus kostbaren Metallen machen; die Höhe des Stammes betrug 18 Ellen,die Wurzel war aus Korallen und war befestigt in smaragdenem Grunde. Der Stammbestand aus reinem Silber, die Blätter waren mit Edelsteinen besetzt. Die welkenBlätter waren aus Gold, die Früchte und das junge Laub aus Korallen. Am Stamm

waren Darstellungen der acht glückbringenden Zeichen......Über dem Baum spannte

sich ein prächtiger Baldachin.....Am Fuße des Stammes waren schöne Vasen in

Reihen aufgestellt, in ihnen prangten ganz aus Edelsteinen gefertigte Blumen, aus denendie vier Arten wohlriechenden Wassers dufteten 69 . Diese Schilderung eines künstlichenBaumes begegnet uns hier zum ersten Male. Und der sakrale Charakter, die Nach-bildung eines so großen Heiligtumes, wie es der Buddhabaum war, berechtigt, hier dieQuelle für dieses merkwürdige Prachtstück zu finden, das, immer weiter vererbt, inder späteren Zeit als eine kostbare Gartenzierde sich bis in den europäischen Westenund Norden verirrt hat.

Die Ausgrabungen selbst, die natürlich von einem ganzen Garten kein Bild geben,haben wenigstens Spuren seines schönsten Schmuckes aufbewahrt, in den Wasserbassinsund Bädern 70 (Abb. 44), Pokunas genannt, von denen die Chronik so viel zu berichtenweiß. Ceylons alte Kultur beruhte auf der vorzüglichen künstlichen Bewässerung. DieGröße der Herrscher bewies sich neben den gewaltigen religiösen Bauwerken hauptsäch-lich in der Anlegung ungeheuerer, künstlicher Teiche, die in der Zeit der Dürre das Wasserüberall hinzuführen erlaubten. Und Wasserreichtum war auch immer die erste Bedin-gung eines Buddhahaines. Viele der ausgegrabenen Bäder haben mehr als 45 m Länge,bei mehr als 18 m Breite und 7 m Tiefe. Der Boden ist mit Marmor gepflastert, und Mar-

4 Gothein, Gartenkunst I