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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Der Park des Cyrus

2. KAP.

Abb. 39

Darius jagt

im Palmenhain,

Bergkristall

Xenophon verdanken wir auch die wertvollste Nachricht über die absolut regelmäßigeAnlage dieser orientalischen Parks. Im weiteren Gespräch erzählt Sokrates 45 , daß Cyrusdem Lysander, der ihm Geschenke der Bundesgenossen brachte, selbst das Paradiesseiner Residenz in Sardes zeigte. Lysander bewunderte die Schönheit der Bäume, wiesie alle so gleichmäßig gepflanzt seien, die geraden Reihen, wie genau die Winkel ge-bildet und alles geschmückt sei, wie der mannigfache, süße Wohlgeruch die Lustwandeln-den überall begleite.Dies alles", sagteer,bewundereich, ich bewundere die Schönheitdieses allen, mehr aber, o Cyrus, lobe ich den, der das einzelne alles angemessen an-geordnet hat." Cyrus ist durch dieses Lob sehr geschmeichelt und sagt Lysander, daßer selbst dieses alles so angeordnet und sogar einige der Bäume mit eigener Hand ge-pflanzt habe. Auch diese Erzählung erhält ihr besonderes Leben, wenn wir uns derErziehung der Knaben erinnern, die, in Kolonnen eingeteilt, von einem Königssohnoder Satrapen angeführt, in der Kunst des Pflanzens unterwiesen wurden 46 . Daß diese

Paradiese ebensowie die babylo-nisch-assyrischenneben dem An-bau von Nutz-hölzern in ersterLinie Jagdparkswaren, erfahrenwir aus allenBerichten undDenkmälern: aufeinem Bergkri-stall 47 ist, über-aus fein geschnit-ten, der König

>d\ _____________________________________________________ | Darius in einem

Palmenhain ja-gend dargestellt, die Bäume ganz ähnlich angeordnet, wie auf den assyrischenReliefs (Abb. 39). Daneben kannten die Perser natürlich auch Jagd im freien Revier.Dem jungen Cyrus 48 hatte sein Großvater, um ihn festzuhalten, ein prächtiges Paradiesals Jagdgrund geschenkt. Er aber verschmäht dies und ruft voll Jagdlust seine Ge-fährten zusammen, um hinauszuziehen, denn im Parke mit seinem Überfluß an Wild kämees ihm vor, als ob er auf angebundene Tiere schösse. Ebenso wie bei den assyrischenBildern fehlt die Anschauung der Denkmäler, um den Garten, der, abgezweigt von diesengroßen Jagdparks, die unmittelbare Umgebung des Hauses schmückt, sicher zu erfassen.Die gewaltigen Ruinen der Paläste, die sich die Dynastie des Darius im Herzen ihrerHeimat in Persepolis 49 erbaute, verlangen gewiß eine bedeutende Gartenumgebung. Beiden Ausgrabungen der Paläste, die sich auf drei mächtigen Terrassen erheben, ist man aberan der Frage der Gartenumgebung achtlos vorübergegangen. Eine gewisse Richtung erhältdas suchende Auge durch die Anlage der gewaltigen Freitreppen, die auf die erste undim rechten Winkel zu dieser auf die zweite Terrasse heraufführen. Auf diesen Terrassenliegen die einzelnen Paläste allerdings regellos zerstreut, so daß es nicht so leicht ist