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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
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Blumenarten und Darstellungen

1. KAP.

beschäftigt, die Speisen zu bereiten, als immer neue Sträuße zu flechten, und mitjeder Erfrischung reichte man neue Blüten herum. Die Gäste trugen sie die ganze Zeitin der Hand und ließen sich gegenseitig am Dufte teilnehmen. In erster Linie warenes natürlich Lotosblumen, diese eingeborenen Kinder des Niltales, die in alten Zeitenin überreicher Fülle den Strom und alle Kanäle und Seen wildwachsend überdeckthatten und das ganze Land während der Überschwemmungsmonate in ein großes, weiß-blau- und rotleuchtendes Blütenfeld verwandelten. Lotosblumen weisen alle Bilderdes alten Reiches auf, aber auch auf den Gartenbildern des mittleren und neuenReiches zeigen die Inschriften und Bilder eine Fülle anderer Blumen; als man auslän-dische Pflanzen aus allen Ländern, die den Schiffen der Pharaonen zugänglich waren,einführte, bleibt die Lotosblume und der Papyrus, das andere wildwachsende Sumpf-

Abb. 26

Blumen von dem

Fußboden von

Tell-el-A mama

NachFlinders-Petrie

gewächs Ägyptens, eine Art Symbol der Blume überhaupt. Als längst die Maler gelernthatten, mit wundervoller Treue einzelne Blumen nachzubilden, wie auf dem Palast-fußboden zu Tell-el-Amarna, bleibt man dabei, die Lotosblüten in der altehrwürdigenschematischen Weise weiter zu zeichnen (Abb. 26), ähnlich wie auch die Sykomore alsälteste Baumdarstellung inmitten anderer realistischer Bäume meist den alten andeuten-den Charakter behält. Auch auf dem Fußboden in Tell-el-Amarna sind allein die Lotos-blumen streng stilisiert, während die übrigen, Winden, Mohn, Disteln und Rohrpflanzen,in natürlicher Gestalt und Bewegung gezeichnet sind 60 . Schon das mittlere Reichzeigt in seinen Gräberfunden die meisten dieser Pflanzen 61 . Zu diesen kommenbesonders häufig Chrysanthemen und Kornblumen, die allerdings nicht durchaus inGärten gezogen zu werden brauchen. Wie die Beete gestaltet waren, die in den eigent-lichen Blumengärten angelegt wurden, ist wenig bekannt. Meist sind die Blumen nur ineinzelnen Büschen abgebildet, während das Gemüse schon im mittleren Reich in vier-eckigen Beeten gezogen wurde. Unger 62 beschreibt ein Bild aus dem Königsgrabe XIin Theben, in dem er halbmondförmige, einem geraden Kanal entlang angelegte Blumen-