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Totengärten und Leben der Seele im Garten
1. KAP.
Abb. 21
Gärtchen am
Grabe, auf
einer Stele
Museum Kairo
Abb. 22
Grab des Osiris
mit heiliger
Tamariske
Ti$4
NachWilkinson
aus fremdem Lande wieder heim, und dankbar rühmt er, wie der Pharao ihm ein präch-tiges Begräbnis bereitet, „es wurde mir ein Nekropolengarten gemacht, mit Felderndarin vor der Stadt, wie es einem ersten Vertrauten getan wird" 53 . Diese Erzählung
gehört dem mittleren Reiche an, und im neuenfinden wir auf zwei Grabstelen auch die Dar-stellung solcher Totengärtlein. Neben dem Ein-gang zu den Gräbern sind zwei oder drei Palmenund eine Sykomore, auf der einen auch noch einOpfertisch sichtbar (Abb. 21). Groß waren dieseTotengärtlein sicher nicht, wie sollte man wohlin der Wüste mit ihrem Wassermangel großePflanzungen aufbringen 54 . Sie waren wohl nurals eine Art symbolischer Andeutung eines Gar-tens gedacht, damit die Seele, wenn sie heraus-tritt aus dem Grabe, wirklich einen Baum findet,um sich darauf niederzulassen: Sicher gehörthierzu auch die Darstellung der Seele des Osiris,die als Vogel Bium, dem Phönix der Griechen, auf dem heiligen Baume vor ihremGrabe sitzt (Abb.22) 55 . Daß auch Hunger und Durst der Seele im Garten gestillt wird,ist eine häufig dargestellte Szene. Aus der Sykomore reicht mit halbem Leibe heraus-ragend die Göttin der Seele Trank und Speise 66 . Manchmal ist es nur ein Arm, der wie
Abb. 23
Tote in ihrem
Garten getränkt
und gespeist
Aus Papyrus
Ani in The Book
of the Dead