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Weihrauchbäume aus dem Lande Punt
1. KAP.
Abb. 18Transport derWeihrauch-bäume aus demLande Punt,Deir-el-Bakhari
Nach Naville
noch Reste von Perseastämmen gefunden 38 . Mit gleicher Sorgfalt waren auch dieBäume, die auf den drei Terrassen in den Gärten standen, gepflanzt worden. Auch dortfanden sich bei den Ausgrabungen in zwei runden Mauerschachten noch Stammreste.Von Terrasse zu Terrasse führt in der Mitte ein langsam ansteigender Gang, der dieFuttermauern durchschneidet. In den Säulenhallen aber, die die Gärten nach hintenabschließen, hat die Königin uns von ihren Taten in Worten und Bildern erzählt.Vor allem, wie der Gott Ammon ihr befohlen habe, in seinem Hause einen Garten zuerrichten, groß genug, damit er sich darin ergehen könne. Und die Königin rüsteteauf Befehl des Gottes eine Expedition aus, um aus dem Lande Punt, dem Lande derGötter, Weihrauchbäume zu holen und den Worten des Gottes gemäß „ein Punt inseinem Garten zu machen" 39 . Niemand kannte bisher die Myrrhenterrassen des LandesPunt, aber die Schiffe der Königin gelangten hin, sahen das Land und seine seltsamenBewohner. Die Wandbilder, die diesen Bericht illustrieren, lassen uns ein baumreichesLand erblicken, im Osten von Ägypten gelegen. Die Leute der Königin sammelten
dort Schätze aller Art, zu den kost-barsten aber gehörten die 32 Weih-rauchbäume für den Garten des Gottes.Sie wurden mit ihrem Erdreich, wie esscheint im Frühling, ehe sie sproßten,ausgegraben und in Kübel gepflanzt.Sie werden in Tragbändern von denMatrosen, je sechs oder vier nach derGröße der Bäume, auf die Schiffe ge-tragen 40 (Abb. 18), und überall, wo diebeladene Flotte erscheint, sehen wirauch die Bäume darauf. Nach der glück-lichen Heimkehr wird diese kostbareBeute frisch und prächtig grünend aus-geladen 41 und alsbald von der Königinin den Lustgarten des Ammon gepflanzt. Herrlich wird ihre Mühe belohnt. EinBild zeigt die stolz herangewachsenen Bäume, sie sind gediehen, so daß das Viehdarunter grasen kann und andere Opfergaben reichlich darunter aufgestapelt werden 4 ' 2(Abb. 19). Der Weihrauch selbst wird neben den Bäumen in riesigen Haufen auf-gesammelt. Natürlich war für diesen mächtigen Bau der Terrassengärten eine sehrbedeutende künstliche Bewässerung durchaus notwendig. Leider können wir sie ausden Ausgrabungen nicht klar erkennen.
Seitdem haben die Könige häufig solch friedliche Expeditionen ausgerüstet. War dasLand der Zedern das Ziel, so war es mehr das kostbare Holz, das herübergeschafftwurde. Die Zeder selbst hat sich in Ägypten nie akklimatisiert 43 . Ramses III. aber er-zählt wieder, wie er dem Gotte Ammon zu Ehren importierte, fremdländische Ge-wächse heimisch gemacht habe. Ob er diese in seinem Tempel zu Medinet-Habu ange-pflanzt hat, ist heute nicht mehr zu bestimmen, aber zweifellos wird auch hier dergroße Vorhof mit Gartenanlagen bedeckt gewesen sein 44 . „Ich grub einen Teich vorihm", rühmt der König die Anlage des Gartens um diesen Tempel, „übervoll von demOzean, bepflanzt mit Bäumen, grünend wie Oberägypten. Weingärten, Baiimgärten,