1. KAP.
Der Garten des Heerführers von Amenophis III.
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Abb. 9
Weinlaube undGemüsegartenin El Bersheh
Nach Newberry
eine Fülle des edlen Getränkes 23 . Kein Bild verrät die Anordnung dieser Pflan-zungen, an denen der Besitzer so großes Vergnügen empfand; wir müssen eineinhalbJahrtausende überspringen, um im neuen Reiche Schildereien zu finden, die in einerhoch entwickelten Gartenkunst in Anordnung der Pflanzen und Gebäude den gleichenInhalt aufweisen, den schon Met'en aufzählt.
Die Haus- und Gartenpläne der ägyptischen Malerei sind nicht ohne weiteres leichtzu verstehen. Der Wunsch, alles was es liebt und worauf es Wert legt, in einem Bildezugleich zuzeigen, verführte dies plauderlustige Volk zu perspektivischen Absurditäten.Zugleich soll das Innere und das Äußere des Hauses, Vorder- und Seitenfassadegesehen, im Garten desgleichen womöglich alles, was hintereinander liegt, nebenein-ander gezeigt werden. Daraus wurden Ansichten, die bald als Grundriß, bald als Aufriß,bald aus der Vogelperspektive genommen scheinen. Wenn aber das Auge gelernt hat,diese Bilder in unsere Darstellungsweise zu übersetzen, so ist die Belehrung, die esdaraus erhält, auch besonders vielseitig. Am leichtesten verständlich ist ein Gemälde,das aus einem thebanischen Grabe eines Heerführers Amenophis III 24 (Abb. 10) stammt,wenn es auch in der Interpretation einige Schwierigkeiten bereitet. Es gibt den ganzenPlan der Villa hauptsächlich aus der Vogelschau. Wie das Landhaus Met'ens ist das Qua-drat des Grundstückes von einer Mauer umgeben, die hier mit runden Zinnen gekröntist. Ein großes Eingangstor und zwei kleine Nebenpförtchen 25 erlauben den Zutritt aufder Vorderseite. Hier führt außen der Mauer entlang eine schattige Baumallee, die aufihrer anderen Seite von einem Kanal begleitet wird, was den Eindruck völliger Abge-schlossenheit, den das Bild hervorbringt, noch erhöht. Durch das Tor tritt man unmittel-bar in ein Haus, das im Vergleich mit allen anderen Gegenständen viel zu groß gezeichnetist, wie schon allein die Türe als einzige Unterbrechung der Fassade zeigt. Der Zeichnerhatte damit wohl die Schönheit dieses Außentores, das den Reichtum des Besitzerskündet, anzeigen wollen. Hier war jedenfalls die Portiersloge, vielleicht auch nochEmpfangsräume für Besucher, die nicht zum Herrenhause, das völlig versteckt imGarten liegt, zugelassen werden sollten. Zwischen dem Torhause und dem Herren-hause liegt, die ganze Mitte des Gartens einnehmend, der Weingarten; er besteht ausvier gewölbten Lauben, deren Querbalken jedenfalls von Säulen getragen sind. In derMitte ist ein Weg freigelassen, der den Hauptzugang vom Torhause zum Herrenhausebildet, aus dem zwei Seiteneingänge wohl direkt in die Laubengänge führen. DasHerrenhaus ist sehr schwer zu rekonstruieren, es ist im Gegensatz zum Torhause vielzu klein gezeichnet. Vielleicht hat es eine Vorhalle gehabt, wie die meisten ägyptischenHäuser, mit drei Räumen im Unterstock und einem Oberstock. Zur Seite waren Blumen-beete, ringsum schattige Baumalleen gepflanzt. Der ganze übrige Garten ist von