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1 (1914) Von Ägypten bis zur Renaissance in Italien, Spanien und Portugal
Entstehung
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Vorwort

den Anmerkungen erwähnt. Im übrigen ist die Gartenliteratur so reich und zer-streut, daß eine besondere kritische Bearbeitung in bezug auf ihre Abhängigkeitwünschenswert sein würde.

Für eine aufbauende Darstellung dieser Kunst ist eine kritische Quellen-untersuchung die ganz unerläßliche Vorbedingung. Das Material ist für jedeEpoche ein andersartiges und höchst ungleiches und mußte bald aus weitzerstreu-ten literarischen Nachrichten, bald aus Beschreibungen, Akten, Rechnungen,bald aus Gemälden, Zeichnungen und Stichen her ausgeschöpft werden. Ich habebei der Darstellung auf das entwicklungsgeschichtliche Moment besonderen Wertgelegt, auf den Nachweis, wo die Typen zuerst auftreten, welchen Weg sie nehmen,welche Wandlung sie durchgemacht haben. Es zeigte sich dabei eine überraschendeKontinuität vom Altertum bis zur Neuzeit. Das Studium der erhaltenen Gärten,die ich auf wiederholten, durch mehr als ein Jahrzehnt ausgedehnten Reisen kennenzu lernen mich bemühte, ist besonders schwierig, da bei der Leichtigkeit, sie um-zugestalten, auch das Vorhandene wie ein verderbter Text immer erst durch Ver-gleich mit alten A bbildungen und Nachrichten in seinem ursprünglichen Zustandewiederhergestellt werden mußte. So erst war es möglich, jedes einzelne in das großeBild der Gesamtentwicklung an richtiger Stelle einzureihen. Anderseits aber konntedies Gesamtbild erst zu lebendiger Geschichte der Kunst werden, wenn die bedeutend-sten Gärten in ihrer Wirkung als individuelle Kunstwerke möglichst lückenlos er-faßt wurden. Denn wenn in der Kunst überhaupt, so zeigt sich besonders auf unsermGebiete, wie künstlerisches und gesellschaftliches Leben sich aufs innigste durch-dringen. Die Kunstgeschichte selber wird hier zu einem Stück Geschichte der Ge-sellschaft. Alle großen geistigen Strömungen haben auch irgendwie an das Schick-sal des Gartens gerührt, und die bedeutendsten Gestalten der Weltgeschichte er-scheinen als seine Pfleger und Förderer oft in ganz neuer Beleuchtung. Für dasVerständnis der andern Künste aber, zumal der Villenbaukunst, dann aber auchder Skulptur in wichtigen Zeiten, ist der Garten bestimmend und bestimmt vongrößter Bedeutung.

Für den ganzen ersten Teil meiner Arbeit, die Entwicklung bis zum euro-päischen Mittelalter, sah ich mich ohne jede nennenswerte Vorarbeit. Hier aberhätte ich mein Ziel nicht erreichen können ohne die freundliche Beratung einerReihe von hervorragenden Gelehrten. Für den ägyptischen Garten bin ich vorallem HERMANN RANKE zu warmem Danke verpflichtet, für den asiatischengewährte mir CARL BEZOLD einige wichtige Fingerzeige, für den griechischenwar mir die Beratung meines Freundes GEORG KARO unschätzbar. ALFREDv. DOMASZEWSKI hat dem römischen Garten sein Interesse zugewandt. DerDarstellung des Islams gewährte CARL F. BECKER seine hilfreiche Unter-stützung, FRIEDRICH SARRE und ERNST HERZFELD stellten mir hier