XV. Grazer Monatsregeln. 123
leg yn pay hent in einander vnd Sprech: 1 ) alzo gib ichewch zamb, Hanns vnd Kathrein, in den orden der hei-ligen chanschaft in nemen got des vaters vnd sunfz vnddes heiligen geist.
Heimat: Das Stück zeigt typischen schwäbischen(in engerem Sinne) Lautstand: ai für ei neben ou für u(18; 34); dazu kommen die 2. Pers. Plur. auf -ent30; 43; 44. Der Ausdruck Swab ist in seiner Be-deutung nicht eindeutig. Vgl. E. v. Steinmeyet Ahd.Gl. II 520, 37 und L. Diefenbach Gl. lat.-germ. s. v.Almania und Suevia.
Literarisches: Nächst dem Trierer Capitulare undden ostfränk. Bruchstücken einer Uebersetzung der LexSalica ist die Schwäbische Trauformel das ältesteBeispiel deutscher Juristischer Prosa.
Erläuterungen: 5 wa, vgl. ZfdA. 34 (1890) 281. —7 f. Vgl. die friesische Formel bei KvRichthofen, Frie-sische Rechtsquellen 410a: alsoe di fria Fresa mitterfrie Fresinne schulde.— 12herfchepte auch 15; fcaphe20; s. Weinhold AGr. § 151 und zu Nr. XXV 281XXVII. — 14 chvrichen s. Schweizer Idiotikon 6,813.— Zu ic s. Nr. IX S. 77 und XXVII. — 28 Liesminem (Druckfehler). — 29 wol werde, vgl. zu IX 34.In späteren Hss. sehr häufig wolenden für volenden. —36 muntadele = muntwalde.
XV.GRAZER MONATSREGELN.
Ueberlieferung: Hs. Nr. 287 (früher 39117 4°)der Universitätsbibliothek zu Graz Bl. Iv — 7r. DieHs. zerfällt in drei Teile; 1) Bl. 1 — 12, von denen1 v — 7r ein Kalender, 7v und 8r Zeittafeln und Ostei-berechnung, 8v die Mariensequenz von St. Lambrechl(MSD XLI) und 9rv, Wr, llr, 12v Bilde/ aus derbiblischen Geschichte enthalten. Mit Ausnahme von lrist alles von einer Hand aus dem Ende des 12.Jhdts.geschrieben. 2) Bl. 13—84 Brevier des 14. Jhdts.
') Sprach die Hs.