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Landhäuser : ausgeführte Bauten mit Grundrissen, Gartenplänen und Erläuterungen
Entstehung
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höchfte Gefchich des Künftlers angerufen, denn es muß fich darum handeln, den uns verbleibendengeringen Werkftoff in die denkbar befte Form überzuführen, ihn zu beleben und zu durchgeiftigen,damit das Baugebilde zu einer höheren geiftigen Wirkung erhoben werde. Das Wefen jedenarchitektonifchen Schaffens befteht ja überhaupt und ausfchließlich in der Herausarbeitung der reinenForm. Gewiß hat die Architektur BedürmifTe zu erfüllen,- und ficherlidi ift es die erfte Aufgabedes Architekten, diefen Bedürfnilfen in der eingehendften Weife gerecht zu werden. Ein Bauwerk,das nach diefer Richtung hin verfagte, wäre ganz und gar verfehlt. Aber die Deckung des Bedürf=nilfes ift nur der eine Teil der dem Baumeifter geftellten Aufgabe. Es ift die vernunftgemäße, umnicht zu fagen gefchäftliche Hälfte deffen, was von ihm erwartet wird. Der höhere Zweck ift undbleibt die Form. Erft fie verleiht einem Bauwerk die Berechtigung, als vollwertige menfchlicheLeiftung zu gelten. Erft die Form bringt es mit fich, daß von ihm eine Wirkung auf den Befchauerausftrahlt, daß es erfreut, anregt, begeiftert. Eine Zufammenfchachtelung von Zimmern zu einemBauklumpen ift noch kein Bauwerk, die ausgeklügeltfte Zweckmäßigkeit eines Wohngebäudes fdiafftnodi kein Haus. Ein Haus ift vielmehr ein gewadifenes, von Geift durdiftrömtes Gebilde, bei demder Schöpfer mehr getan hat, als auf den Zweck bedacht zu fein, bei dem ihm die Form als Zielvorfchwebte. Der Architekt muß alle Schwierigkeiten zu überwinden willen, um unbefchadet dervollendeten Zweckmäßigkeit die unbedingt klarfte Form zu erreichen. Diefes felbftverftändlichenSatzes muffen wir uns heute doppelt bewußt werden, wo wir, nachdem uns alles genommen ift,allein auf das Geiftige angewiefen find.

Zu einem guten Haufe ift immer die innige Zufammenarbeit des Bauherrn mit dem Archi=tekten nötig. Sie geftaltet fich verfchieden, je nach der Eigenart der beiden Beteiligten. Die Anf<hau=ungen, Vorftellungen, Charaktereigenfchaften der Menfchen find fo wechfelnd, daß der Architektfich bei jedem einzelnen Bauherrn wieder vor eine neue Aufgabe gelteilt fieht, fich verfchieden ein=(teilen, verfchiedene Wege einfchlagen muß, um ein gutes Haus zu fchaffen. Neben dem Bauherrn,der dem Architekten alles überläßt, gibt es Bauluftige, die fich eifrig mit Baufragen befaffen undinsbefondere fich über ihr eigenes zukünftiges Haus weitgehende Gedanken gemacht haben. Beidem forglofen Bauherrn erhebt fich das Bedenken, ob das ohne feinen Anteil gebaute Haus aufihn gehörig zugefchnitten fein, ob es nicht vielleicht fpäter nach der einen oder der anderen Richtunghin feinen Gewohnheiten widerfprechen wird. Aber auch bei dem zu eingehend mitarbeitendenBauherrn (teilen fich Gefahren für das Haus heraus. Die Befchäftigung des Laien mit fachlichenDingen führt oft zu fchiefen Urteilen, weil doch nur Einzelheiten erfaßt und die Zufammen-hänge nicht begriffen werden. Die Freude am Selbfterlernten führt ferner häufig dazu, daß derBauherr nicht nur mit ganz beftimmten Geftaltungsplänen an den Architekten herantritt, fondernfogar den Grundriß felbft entwirft. Er meint dann, fich nur deshalb an den Architekten wendenzu muffen, weil er die Mauerftärken nicht kennt, die Schornfteine nicht unterbringen kann undmit der Treppe nicht zurechtkommt. Mögen folche Pläne auch infofern von einigem Nutzen fein,als fie die Wünfche des Bauherrn kenntlich machen, fo find fie doch feiten geeignet, als Unter*läge für den Entwurf zu dienen. Einen guten Grundriß zu entwerfen ift nicht fo leicht. Geradein den erften Skizzen treten Erfahrung und Gefchick des geübten Architekten am deutlichften inWirkfamkeit, der Grundgedanke entfcheidet über den Wert oder Unwert des ganzen fpäterenBaues. Einen entwerfenden Bauherrn von feinen vorgefaßten, oft unfachlichen Vorftellungenabzubringen, ift oft recht fdhwierig. Der gewiflenhafte Architekt läuft überdies in feinemPflichtbewußtfein, den Bauherrn fachgemäß zu belehren Gefahr, diefem die rührende Freude anfeinem Entwürfe und damit an der Sache zu rauben. Gewiß ift der Bauherr, der überhaupt keinProgramm hat, nicht der richtige Partner. Aber der Entwurfsdilettant ift ein viel fchlimmerer.Am Ende wird von beiden doch der Unbekümmerte in ein befferes Haus einziehen als derMitentwerfende.

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