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Landhäuser : ausgeführte Bauten mit Grundrissen, Gartenplänen und Erläuterungen
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jener Bequemlichkeiten waren eingebildet. Die vielen Zimmer hatten keinen Zweck, denn dieBefitzer wußten meilt gar nicht, was fie mit all den Räumen anfangen follten. Es erwuchs nurdie Verpflichtung, fie täglich zu reinigen, was fich in der dazu nötigen Dienftbotenanzahl unvor=teilhaft ausdrückte. Neben der zu großen Zahl der Zimmer ilt deren übertriebene Größe einLuxus, der vermieden werden kann. Auch hier hatte die großftädtifche Mietshauswohnung dieKöpfe verwirrt. Die zwei oder drei fürftlichen Zimmer, die ihr übles Gegenftück in den erbärmlichuntergebrachten Schlafzimmern und fpärlich bedachten Wirtfchaftsräumen fanden, hatten die An=fprüche an Zimmergrößen ins Lächerliche verfchoben. Gewiß ilt ein großes Zimmer eine An=nehmlichkeit, es ilt aber nicht nötig, daß fämtliche Zimmer in einem Haufe riefengroß sind.

Im heutigen Haufe wird nicht nur die Anzahl der Zimmer, fondern auch deren Größe aufdas unbedingt nötige Maß zu befchränken fein. Um dem Bauherrn aber doch ein Gefühl derFreiheit und Geräumigkeit zu fiebern, wird man einem der Zimmer, und das wird felbftverftändlichdas allgemeine Wohnzimmer fein, eine Ausdehnung zugeftehen, die die der übrigen Räume be=trächtlich überragt. Wir gelangen dann zu dem was heute nottut: dem kleinen Haufe mit einemgroßen Familienzimmer. In ihm wird eine der Löfungen für das Nachkriegshaus zu erblickenfein, und in ihm werden fich die befchränkten wirtfchaftlichen Möglichkeiten der Gegenwart infofernwiderfpiegeln, als hier auf vernünftiger Grundlage eine bedeutende Erfparnis erzielt ilt, die faftkeinen Nachteil für den Befitzer mit fich bringt.

Aber es wäre ein großer Irrtum, anzunehmen, daß hiermit der durch die Zeit gebotenen Ein=fchränkung fchon Genüge getan fei. Viel wichtiger als die fparfame erlte Anlage des Haufes iltder fparfame Haushaltsbetrieb. Und da drängt fich fogleich die Frage der heute fo außerordentlichwichtigen Heizftofferfparnis in den Vordergrund. Bei den ins Unermeßliche angefchwollenenKohlenpreifen ilt in der Erwärmung des Haufes geradezu der Brennpunkt jeder häuslichen Wirt=fchaftspolitik gegeben. Heizftoff wird gefpart, wenn die Wärmeausstrahlung, die durch dünneMauern, durchläffige Decken und große Fenfterflächen erfolgt, nach Möglichkeit eingefchränkt ilt.Alle dünnwandigen Außenmauern find daher, möge dabei auch beim Bau des Haufes noch fovielgefpart werden, ein Übel. Niemals foflte die Ausgabe für Doppelfenfter gefcheut werden, dennfie macht fich nach wenigen Jahren in der Einfparung an Heizftoff bezahlt. Eine andere Frageilt die, ob es noch möglich ilt, unfere Häufer mit Sammelheizung zu erwärmen. Sammelheizung iltnur dann fparfamer als Einzelheizung, wenn unbedingt alle Räume eines Haufes gleichmäßig erwärmtwerden follen. Bei Ofenheizung liegt es jedoch im Belieben des Hausbewohners, nur die Zimmerzu erwärmen, die er braucht. Herrfcht äußerfte Knappheit an Heizftoff, fo kann fich die Familiein ein Zimmer zurückziehen. Wenn es nun auch nicht ratfam erfcheint, in einem neuen Haufe aufdie Anlage einer Sammelheizung ganz zu verzichten <die Lebensdauer eines Haufes ift fo groß,daß fie in kommende belfere Zeiten hineinragen wird), fo ergibt fich doch heute die Notwendigkeit,neben der Sammelheizung zum minderten in das Wohnzimmer und vielleicht noch in das Kinder=zimmer eine Ofenheizung einzurichten. Es ilt dann möglich, in den Übergangszeiten und beimilderem Winterwetter, folange keine Einfriergefahr für die Sammelheizung vorliegt, diefe außerBetrieb zu fetzen und dadurch nicht unbeträchtliche Koften zu fparen.

Das Gebot einer wirtfehaftlich befchränkten Zeit ilt es, alle Möglichkeiten bis aufs äußerfteauszunutzen. Eine eingehende und forgfältige Durchdenkung jedes einzelnen Raumes mit demZiele der wirtfchaftlichlten und bequemften Benutzung kann hier erreichen, daß auch im kleinenRaum ein hohes Maß von Gebrauchsfähigkeit und felbft Bequemlichkeit gefchaffen wird. Dasbezieht fich nicht nur auf die Wohn= und Schlafräume, in denen Fenfter= und Türöffnungen,etwaige Erker und Nifchen, die Stellung der Oefen und Heizkörper aufs eindringlichfte erwogenwerden muffen, um für den Gebrauch des Zimmers, befonders auch für die Möbelfteilung, diegrößten Vorteile zu erreichen, fondern ganz befonders auf die Wirtfchaftsräume, wie Küche,

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