Coralie hüpfte die Treppe hinab und zog Luden mit sich.Dei Kaufmann folgte ihnen mit dem schleppenden Gangeiner Robbe, ohne sie einholen zu können. Der Dichtererlebte die berauschendste Freude: Coralie, die das Glückstrahlend schön machte, hatte eine überaus geschmackvolle;und elegante Toilette und wurde von entzückten Blickenbetrachtet. Das Paris der Champs Elysees bewunderte diebeiden Liebenden. In einer Allee des Bois de Boulogne be-gegnete ihr Coupe der Kalesche der Marquise d'Espard undder Frau, von Bargeton, die Lucien mit erstaunten Mienenansahen und denen er den verächtlichen Blick des Dichterszuwarf, der seinen Ruhm vorausfühlt und seiner Macht ge-wiß ist. Der Augenblick, in dem er durch einen Blick diesenbeiden Frauen die Rachegedanken zuschleudern. konnte, dieum ihretwillen so lange an seinein Herzen genagt hatten,war einer der süßesten seines Lebens und vielleicht für seinSchicksal entscheidend. Lucien war wieder von den Furiendes Stolzes besessen: er wollte wieder in der großen Welterscheinen und dort eine glänzende Rache nehmen; allegesellschaftlichen Kleinlichkeiten, die kaum erst unter denFüßen des Studierenden, des Angehörigen jenes Freundes-zirkels zertreten worden waren, kehrten wieder in seinekeele zurück. Er verstand jetzt die ganze Tragweite desAngriffs, den Lousteau für ihn gemacht hatte. Lousteauhatte seinen Leidenschaften gedient, während der Zirkel,dieser Kollektivmentor, die Absieht zu haben schien, siezugunsten von langweiligen Tugenden und von Arbeiten,die Lucien unnütz zu finden anfing, matt zu setzen.Arbeiten! Ist das mcht der Tod für die Seelen, die nachGenuß hungern? Wie leicht fallen darum auch die Schrift-steller in das far niente, das Wohlleben und die, Genüssedes schwelgerischen Lebens der Schauspielerinnen und derleichten Frauen! Lucien spürte eine unwiderstehliche Lust,das Leben dieser beiden tollen Tage fortzusetzen.
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