Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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Um zwei Uhr am nächsten Tag waren die Schauspielerinund ihr Geliebter angekleidet und präsentierten sich der-art, wie wenn der Dichter seiner Schutzbefohlenen einenBesuch machte. Coralie hatte Lucien gebadet, gekämmtund frisiert und augekleidet; sie hatte ihm ein Dutzendschöne Hemden, ein Dutzend Halsbinden, ein DutzendTaschentücher bei Colliau holen lassen und ein DutzendPaar Handschuhe in einem Kästehen aus Zedernholz.Als sie das Rasseln eines Wagens vor ihrem Hause hörte,stürzte sie mit Lucien ans Fenster. Sie sahen, wie Camusoteinem prächtigen Coupe entstieg.

Ich hätte nicht gedacht," sagte sie,daß man einenMann und den Luxus so hassen könnte ..."Ich bin zuarm, um zugeben zu können, daß du dich zugrunde rich-test," sagte Lucien, und beugte sich damit unter das kaudi-nische Joch.Mein armer Liebling," sagte sie und drückteLucien ans Herz,du liebst mich also? Ich habe denHerrn gebeten," sagte sie zu Camusot,heute vormittag zumir zu kommen. Ich dachte, wir könnten in die CkampsElysees fahren, uro den Wagen zu probieren."Fahrtallein hin," sagte Camusot traurig,ich kann nicht miteuch zum Diner fahren, es ist der Namenstag meiner Frau,ich hatte es vergessen."Armer MusOt, wie wirst du dichlangweilen!" sagte sie und fiel dem Kaufmann um den Hals.Sie war trunken vor Glück bei dem Gedanken, daß sieden schönen Wagen allein mit Lucien einweihen, daß sieallein mit ihm ins Wäldchen fahren würde; und in ihrerFreude machte sie den Eindruck, als liebte sie Camusot,dem sie tausend Zärtlichkeiten erwies.

Ich wollte, ich könnte Ihnen jeden Tag einen Wagenschenken!" sagte der arme Mann.Kommen Sie, Herrvon Kubcmpre, es ist zwei Uhr," sagte die Schauspielerinzu Lucien, dessen peinliche Gefühle sie erriet und den siemit einer entzückenden Geste tröstete.

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