Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
401
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spiolerin und Theatergewohnheiten herrschten. Berenicebemerkte Luciens Erstaunen.

Hübsch, nicht wahr?" sagte sie zu ihm mit ein-schmeichelnder Stimme. ,,Wird es sich hier nicht besserheben als auf einem Dachboden? Sie müssen ihren dummenStreich verhindern," fuhr sie fort und stellte vor Ludeneinen prächtigen kleinen Tisch, auf dem Gerichte standen,die sie heimlich vom Essen ihrer Herrin weggenommenhatte, damit die Köchin von der Anwesenheit des Ge-liebten nichts merken konnte.

Lucien speiste sehr gut; Berenioe trug ihm die Speisenauf reichgeziertem Silbergeschirr auf und er auf ge-malten Tellern, von denen jeder einen Louisdor kostete.Dieser Luxus wirkte auf seine Seele, wie eine Straßendirnemit ihrem nackten Fleisch und ihren straminanliegendenweißen Strümpfen auf einen Gymnasiasten wirkt.

,,Ist dieser Camusot glücklich!"Glücklich?" erwiderteBerenice.Ach, der gäbe gern sein Vermögen, um an IhrerStelle zu sein und seine alten, grauen Haare gegen Ihreblonden einzutauschen."

Sie forderte Lucien, dem sie den köstlichsten Wein gab,wie er in Bordeaux für die reichsten Engländer gekeltertwird, auf, sich hinzulegen und, bis Coralie käme, ein kleinesSchläfchen zu machen, und Lucien hatte in der Tat Lust,sich in dieses prächtige Bett zu legen. Berenice, die diesenWunsch in den Augen des Dichters gelesen hatte, war fürihre Herrin glücklich darüber. Um halb elf Uhr erwachteLucien unter einem liebestrunkenen Blick. Coralie standv or ihm im verführerischsten Nachtgewand. Lucien hattegeschlafen, er war nur noch vor Liebe trunken. Berenicezo g sich zurück und fragte:

Um wieviel Uhr morgen?"Um elf Uhr; du bringstuns das Frühstück ans Bett. Ich bin vor zwei Uhr fürniemanden zu sprechen.'"

IV

-lül