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1 (1909)
Entstehung
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hat, die sie verkauft hat! Ja, lieber Herr, eine Mutter,und ihr eigenes Kind! Wenn ich eine Tochter hätte, ichwürde sie pflegen wie meine kleine Coralie, zu der ich binwie eine Mutter. Jetzt hat sie zürn erstenmal gute Zeit,zum erstenmal hat sie ordentlichen Beifall gehabt. Esscheint, man hat infolge dessen, was Sie geschrieben haben,eine famose Claque auf die Beine gebracht. Während Sieschliefen, war Braulard hier und hat mit ihr gearbeitet.",,Wer, Braulard?" fragte Lucien, der diesen Namen schongehört zu haben glaubte.Der Chef der Claque, der mitihr die Stellen der Rolle besprochen hat, wo sie bedientwerden soll. Florinc nennt sich zwar ihre Freundin, abersie könnte ihr einen Streich spielen wollen und alles fürsich nehmen. Der ganze Boulevard redet nur von IhremArtikel. Ist das nicht ein Bett für die Liebesstunden einesPrinzen!" sagte sie und legte über das Bett eine Spitzen-deckc.

Sie zündete die Kerzen an. Bei ihrem Licht glaubteder geblendete Lucien sich in der Tat in einem Feenschloß.Die reichsten Seidenstoffe waren von Camusot als Wand-verkleidung und für die Drapierung der Fenster ausge-wählt worden. Der Dichter ging auf einem Königsteppich,das reicligeschnitzte Polysanderholz der Möbel flimmertein Lichtreflcxen. Der Kamin aus weißem Marmor wiesdie kostbarsten Nippsachen auf. Der Bettvorleger waraus Schwanenfedern, die mit Marderfell eingefaßt waren;Pantoffel aus schwarzem Samt, mit roter Seide gefüttert,standen darauf und sprachen von den Genüssen, die denDichter der ,Margueriten' erwarteten. Eine entzückendeLampe hing von der mit Seide bespannten Decke. Überallstanden in wunderbaren Vasen und Schalen erleseneBlumen, reizendes weißes Heidekraut und Kamehen, dienicht dufteten. Überall sah man die Sinnbilder der Un-schuld. Niemand hätte geglaubt, daß da eine Sckaii-

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