Herzog von Rhetore. „Mein« Herren, Sie sind Ver-schwender, die sich nicht ruinieren können."
So fehlte es, dank dem Zufall, Lucien an keiner War-nung vor dem Abgrund, über dein er schwebte. D'Arthezhatte dem Dichter den edeln Weg der Arbeit gewiesen undhatte zugleich das Gefühl in ihm wachgerufen, vor demalle Hindernisse verschwinden. Lousteau selbst hatte ausegoistischen Gedanken heraus versucht, ihn vom Journa-lismus fernzuhalten, indem er ihm diesen und die Literaturüberhaupt in ihrem wahren Lichte zeigte. Lucien hattenicht an so viel verstecktes Verderben glauben wollen;aber er hörte jetzt schließlich, wie die Journalisten vonihrem Elend redeten, er sah sie am Werk, sah, wie sie.ihrer Nährmutter die Eingeweide bloßlegten, um die Zu-kunft vorauszusagen. Er hatte an diesem Abend die Dingegesehen, wie sie sind. Aber er wurde beim Anblick diesesHerzens der Pariser Korruption, die Blücher so gutcharakterisiert hatte, nicht von Entsetzen ergriffen, ergab sich wie berauscht dem Genuß dieser geistvollen Ge-sellschaft hin. Diese ungewöhnlichen Menschen unter derDamaszenerrüstung ihrer Laster, in dem glänzenden Helmihrer kalten Analyse fand er den schweren und ernstenMenschen seines Freundeskreises überlegen. Und dannschlürfte er zum erstenmal die Wonnen des Reichtums,der Zauber des Luxus umschmeichelte ihn, die gute Tafelübte ihre Macht auf ihn aus; seine wählerischen Instinkteerwachten, er trank zum erstenmal erlesene Weine, er-lernte die köstlichen Gerichte der feinen Küche kennen,er sah mitten unter den Journalisten einen Minister, einenHerzog, eine Tänzoriu, die ihre despotische Macht be-wunderten; er verspürte ein heftiges Gelüste, diese Weltvon Königen zu beherrschen, er fühlte die Kraft in sich,sie zu besiegen. Und schließlich hatte er diese Coralie, dieer mit ein paar Sätzchen schon glücklich gemacht hatte,
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