Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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ist nicht mehr dazu da, die Meinungen zu klären, sondernihnen zu schmeicheln. Daher werden alle Zeitungen nacheiniger Zeit erbärmlich, heuchlerisch, infam, lügnerisch,mörderisch sein; sie werden die Ideen, die Systeme, dieMenschen töten und werden gerade dadurch blühen undgedeihen. Sie werden die Wohltat genießen, die allen ima-ginären Wesen zugute kommt: das Übel wird geschehen,ohne daß jemand daran schuldig ist. Wir alle, ich Vignon,du Lousteau, du Blondet, du Finot werden Aristidesse,Piatone, Catone, Männer von Plutarch sein; wir werdenalle unschuldig sein, wir werden uns alle die Hände vonjeder Kuchlosigkeit weißwaschen. Napoleon hat für diesemoralische oder, wenn Sie lieber wollen, unmoralische Er-scheinung den Grund angegeben; er hat darüber ein pracht-volles Wort gesagt, auf das ihn seine Studien über denKonvent gebracht haben: ,Für die Kollektiv verbrechen istniemand haftbar.' Die Zeitung kann sich das abscheulichsteBenehmen gestatten, niemand glaubt, sich damit persön-lich schmutzig zu machen.'' „Aber die Regierung wirdRepressivgesetze machen," sagte du Bruel, „sie bereitetwelche vor." „Bah!" sagte Nathan, „was kann das Gesetzgegen den französischen Geist, gegen dieses schärfsteScheidewasser, das es gibt?" „Die Ideen können nurdurch Ideen unwirksam gemacht werden," fuhr Vignonfort. „Der Schrecken, der Despotismus können den fran-zösischen Geist, dessen Sprache sich so vorzüglich zur An-spielung, zum Doppelsinn eignet, nur vorübergehend er-sticken. Je mehr das Gesetz unterdrücken will, um so mehrwird der Geist hervorbrechen, wie der Dampf aus einerMaschine ohne Ventil. Der König tut nur Gutes: wenn dieZeitung gegen ihn ist, so war es der Minister, der allesgetan hat, und ebenso umgekehrt. Wenn die Zeitung eineniederträchtige Verleumdung erfindet, hat man sie ihr be-richtet. Kommt jemand und beklagt sich, so entschuldigt

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