Wut und den Schmerz hatte bringen wollen, mit denenman ihn überschüttet hatte. Er sah Lousteau an unddachte sich: ,das ist ein Freund', ohne zu ahnen, daßLousteau ihn jetzt schon als gefährlichen Rivalen zu fürch-ten anfing. Lucien hatte den Fehler begangen, seinenganzen Geist zu zeigen: ein matter Artikel wäre bessergewesen. Blondet besänftigte den Neid, der an Lousteaufressen wollte, indem er zu Finot sagte, man müßte sichdem Talent beugen, wenn es von dieser Stärke wäre. DiesesUrteil war für Lousteaus Verhalten maßgebend; er be-schloß, Luciens Freund zu bleiben und sich mit Finotdarüber zu verständigen, den gefährlichen Neuling auszu-beuten und in Abhängigkeit zu halten. Dieser Entschlußwurde in aller Schnelligkeit zwischen den beiden Männernmit zwei Sätzen, die sie einander ins Ohr sagten, gefaßtund in seiner ganzen Tragweite verstanden.
„Er hat Talent." „Er wird anspruchsvoll sein." „Oh!"„Gut."
„Ich soupiere niemals ohne Angst mit französischenJournalisten," sagte der deutsche Diplomat mit ruhigerund würdiger Gutmütigkeit zu Blondet, den er bei derGräfin von Montcomet gesehen hatte. „Es gibt ein Wortvon Blücher, das zu verwirklichen Ihre Aufgabe ist."„Was für ein Wort?" fragte Nathan. „Als Blücher mitSaacken im Jahre 1814 — verzeihen Sie, meine Herren, daßich Sie an diesen für Sie verhängnisvollen Tag erinnere -—auf den Höhen von Montmartre ankam, sagte Saacken,der ein brutaler Kerl war: ,Wir werden also Paris ver-brennen!' — ,Hüten Sie sich, Frankreich wird nur daransterben!' antwortete Blücher und wies mit der Hand aufdieses große Krebsgeschwür, das sie glühend und dunstigim Tal der Seine zu ihren Füßen hegen sahen. „Ich dankeGott, daß es in meinem Lande keine Zeitungen mehr gibt,fuhr der Minister nach einer Pause fort. „Ich habe mich
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