händler war es gelungen, diesen Stoff als Erster von Lyonerhalten zu haben. So hoben die Liebe und die Toilette,diese Schminke und dieser Duft der Frau, die Reize derglücklichen Coralie. Ein Vergnügen, das uns erwartet, dasuns nicht entgehen kann, übt auf junge Leute außerordent-lichen Reiz aus. Es könnte sein, daß die Gewißheit derganze Reiz ist, den die schlechten Häuser auf sie ausüben;die Gewißheit ist vielleicht das Geheimnis der langen Treue.Die reine, aufrichtige Liebe, kurz die erste Liebe, ver-bunden mit einer der plötzlichen, leidenschaftlichen An-fälle, die diese armen Geschöpfe anstacheln, und auch ihreBewunderung für die große Schönheit Luoiens gaben Coralieden Geist des Herzeus.
,,Ich würde dich heben, auch wenn du krank und häß-lich wärst!" sagte sie Lucien ins Ohr, als man sich zu Tischsetzte.
Was für ein Wort für einen Dichter! Camusot ver-schwand für Lucien, er sah ihn nicht mehr, wenn er Corahesah. Konnte sich ein junger Mensch, der ganz Genußfreudeund Sinnenlust war, der das eintönige Provinzleben satthatte, der von den Abgründen von Paris angezogen war,der vom Elend ermüdet, von seiner erzwungenen Keusch-heit gequält, von seinem Mönchsleben in der Rue de Cluny,von seinen Arbeiten, die zu nichts führten, matt gewordenwar, konnte er sich bei diesem glänzenden Gelage zurück-halten? Lucien war mit einem Fuß bei Corahe im Bett,mit dem andern von dem Fangeisen der Zeitung cinge-fangen, zu der er so viel gelaufen war, ohne hingelangen2u können. Wie oft war er vergebens nach der Rue duSentier gegangen, und nun fand er die Zeitung bei Tischzwischen den Weinflaschen, aufgeräumt und guter Dinge.Er sollte für all seine Schmerzen durch einen Artikel ge-rächt werden, der schon am nächsten Morgen zwei Herzendurchbohren würde, über die er bis jetzt vergeblich dieIv 385