Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
384
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Der Herzog gab Florine den Arm, Coralio nahm den vonLucicn und die Tänzerin hatte auf der einen Seite Blondet,auf der andern den deutschen Minister.

„Ich begreife nicht, warum Sie Frau von Bargeton undden Baron du Chätelet angreifen, der zum Präfekt derCharente und zum Vortragenden Rat ernannt worden seinsoll." „Frau von Bargeton hat Lucien wie einen Schlingelvor die Tür gesetzt," erwiderte Lousteau. „Einen soschönen jungen Mann," machte der Minister.

Das Souper wurde auf neuem Silbergeschirr, auf Por-zellan von Sevres und auf Damastgedecken serviert, undalles machte einen großartigen Eindruck. Chevet hattedas Souper bereitet, die Weine waren vom berühmtestenHändler des Quai Saint-Bernard, einem Freunde Carnu-sots, Matifats und Cardots, ausgesucht worden. Lucien,der zum erstenmal den Pariser Luxus in Funktion sah,kam also von einer Überraschung in die andere und ver-barg als Mann, der nach dem Wort Blondet« Geist, Gemütund Stil besaß, sein Erstaunen.

Ooralie hatte, als sie. durch den Salon ging, Florinenins Ohr gesagt: „Mach mir Camusot so betrunken, daß erdie Nacht hier zubringen muß." „Dir hast also deinenJournalisten geknetet," erwiderte Florine und wandte da-mit ein Wort aus der besondern Sprache dieser Mädchenan. „Nein, ich liebe ihn," antwortete Ooralie und machteeine entzückende kleine Bewegung mit den Schultern.

Diese Worte waren Lucien ins Ohr geklungen, die fünfteTodsünde hatte sie dahin getragen. Ooralie war wunder-voll angezogen und ihre Toilette hob sehr geschickt ihrebesondern Reize, denn jede Frau hat Vollkommenheiten,die ihr eigentümlich sind. Ihr Kleid hatte wie das Florinensden Vorzug, aus einem entzückenden Stoff, der noch nichtbekannt war, gemacht zu sein, den man Seidenmusselinnannte. Camusot in seiner Eigenschaft als Großseiden-384