0, diese Tochter des Alkalden, sie bringt einem die Liebehoch, sie gibt einem schreckliche Gelüste, man ist versucht,auf die Bühne zu springen und ihr seine Hütte und seinHerz oder dreißigtausend Franken Einkommen und seineFeder anzubieten. Diese Andalusierin ist die schönsteSchauspielerin von Paris. Coralie, da man sie mit ihremNamen nennen muß, ist imstande, Gräfin oder Grisettezu werden. Man weiß nicht, in welcher Gestalt sie mehrgefiele. Sie wird sein, was sie will, sie ist zu allem ge-schaffen; ist das nicht das Beste, was man von einerBoulevardschauspielerin sagen kann?
Im zweiten Akt tritt eine Spanierin aus Paris auf, miteinem Gesicht, wie aus einer Kamee geschnitten, und ihrenmörderischen Augen. Ich habe gefragt, woher sie käme,und man hat mir geantwortet, sie käme aus der Kuhsseund hieße Fräulein Florine; aber ich habe meiner Treunicht daran glauben können, so viel Feuer hatte sie inihren Bewegungen, so viel Glut in ihrer Liebe. DieseNebenbuhlerin der Tochter des Alkalden ist die Frau einesvornehmen Herrn, der in den Mantel Almavivas gekleidetist, aus dem man Stoff für hundert vornehme Herreu desBoulevards machen könnte. Florine hatte keine rotenStrümpfe mit grünen Zwickeln und keine Lackschuhe,aber sie hatte eine Mantille, einen Schleier, den sie wunder-voll benutzte, die große Dame, die sie ist! Sie hat pracht-voll gezeigt, daß die Tigerin zur Katze werden kann. Ichhabe an den spitzen Worten, die diese beiden Spanierinnensich sagten, gemerkt, daß es sich um irgendein Eifersuchts-drama handelte. Als sich dann alles gütlich schlichtenwollte, hat die Dummheit des Alkalden wieder alles durch-einander gebracht. Diese ganze Welt von Fackeln, vonReichen, von Dienern, von Figaros, von Herren, von Al-kalden, von Mädchen und Frauen hat wieder angefangenzu suchen, zu gehen, zu kommen, sich hin und her zu
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