Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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der mit den kleinen Schritten eines engbrüstigen Alton soviel hin und her getrippelt ist, wird von Vignol gespielt.Vignol, der Nachfolger Potiers, ist ein junger Schauspieler,der die alten Männer so gut gibt, daß er die ältesten altenMänner zum Lachen gebracht hat. In dieser braunrotenStirn, in dieser meckernden Stimme, in diesen spindel-dürren Beinen, die am Leib eines Zittergreises bammeln,liegt ein Geschlecht von hundert alten Männern. Dieserjunge Schauspieler ist so alt, daß er erschreckt; man hatAngst, seine Greisenhaftigkeit könnte sich wie eine an-steckende Krankheit verbreiten. Und was für ein pracht-voller Alkalde! Wie reizend ist das unruhige Lächeln!Welche wichtigtuerische Albernheit! Was für eine stumpf-sinnige Würde! Was für eine richterliche Unsicherheit!Wie weiß dieser Mann gut, daß alles abwechselnd falschund wahr werden kann! Wie verdient er, Minister eineskonstitutionellen Königs zu sein! Auf jede Frage des Al-kalden gibt der Unbekannte eine Frage zurück; Vignolantwortet, so daß der Alkalde, der von der Antwort ge-fragt wird, mit seinen Fragen alles aufklärt. Diese Szeneist überaus komisch. Es atmet ein Molierescher Geist inihr und der ganze Zuschauerraum hat herzlich gelacht.Alle auf der Bühne schienen einig zu sein; aber ich binnicht imstande, zu sagen, was klar und was dunkel ist:da oben war die Tochter des Alkalden und sie wurde voneiner richtigen Andalusierin dargestellt, von einer Spanierinmit spanischen Augen, mit spanischem Teint, mit spani-scher Taille, mit spanischem Schritt, von einer Spanierinvon Kopf bis zu Fuß, mit ihrem Dolch im Strumpfband,ihrer Liebe im Herzen, ihrem Kreuz an einem Bande überder Brust. Am Ende des Akts hat mich jemand gefragt,wie die Aufführung sei, und ich habe ihm geantwortet: ,Siehat rote Strümpfe mit grünen Zwickeln, einen winzig kleinenFuß in Lackschuhen und das schönste Bein Andalusiens!'

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