unsere liebe Coralie schreiben." „0, erweisen.' Sie uns die-sen kleinen Dienst!" sagte Camusot mit der Stimme einesMannes, der vor Luden auf den Knien lag; „Sic finden inmir einen Diener, der Ihnen jederzeit zur Verfügung stellt."„Aber laßt doch dem Herrn seine Unabhängigkeit!" riefdie Schauspielerin wütend, „er soll schreiben, was er will.Papa Camusot, kaufen Sie mir Wagen und keine Lob-reden." „Sie werden sie sehr billig haben," sagte Lucienhöflich. „Ich habe nie etwas für Zeitungen geschrieben,ich kenne ihre Gebräuche nicht, Sie sollen die Jungfern-schaft meiner Feder haben ..." „Das ist lustig," sagtedu Bruel. „Hier sind wir in der Eue de Bondy," sagte derkleine alte Cardot, den der Ausfall Coralies niederge-schmettert hatte. „Wenn ich die erste Regung deinerFeder bekomme, bekommst du die erste meines Herzens,"sagte Coralie in der kurzen Sekunde, während sie mitLucien allein im Wagen war.
Coralie ging zu Florine in ihr Schlafzimmer, um dortdie Toilette anzuziehen, die sie hergeschickt hatte. Lucienwußte nichts von dem Luxus, den die lebenslustigenreichen Kaufleute bei den Schauspielerinnen oder ihrenMätressen entfalten. Obwohl Matifat, der kein so be-trächtliches Vermögen hatte wie sein Freund Camusot, dieSache ziemlich ärmlich gemacht hatte, war Lucien dochüberrascht, als er einen künstlerisch eingerichteten Speise-saal sah, dessen Wände mit grünem Samt, den Nägel mitvergoldeten Köpfen befestigten, bespannt waren; er warvon schönen Lampen erleuchtet, überall waren Schalenmit Blumen aufgestellt, und an den Speisesaal stieß einSalon, der mit gelber Seide, die von braunem Ausputzunterbrochen wurde, ausgeschlagen war; in ihm standendie feinen Möbel, wie sie damals modern waren, hing einKronleuchter von Thomire, lag ein Teppich mit persischenMustern. Die Standuhr, die Kandelaber, der Kamin, alles
374