Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
369
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una gelegen, ich habe ihn oft in der Oper gesehen. Ihregroße Dame seh ich vor Augen, sie ist oft in der Logeder Marquiso d'Espard. Der Baron macht Ihrer frühernGeliebten, die übrigens eine recht dürre Person ist, denHof. Hören Sie! Finot schickt mir eben die Nachricht,daß das Blatt kein Manuskript hat, einer unserer Mit-arbeiter, ein Schlingel, der kleine Hector Merlin, spielt unseinen Streich, weil man ihm die Zwischenräume nichtbezahlt. Finot sudelt in Verzweiflung einen Artikel gegendie Oper. Also, mein Lieber, schreiben Sie den Artikelüber das Stück hier; hören Sie zu, passen Sie auf. Ich willin das Bureau des Direktors gehen und mich auf dreiSpalten über Ihren Feind und die schöne Dame, die Sieverstoßen hat, besinnen. Die werden morgen keinen gutenTag haben ..." „So also kommt das Blatt zustande?"fragte Lucien. „Immer so," antwortete Lousteau. „Ichbin seit zehn Monaten dabei und das Blatt hat um achtUhr abends noch nie Manuskript gehabt. Es wird immergeplant, aber nie durchgesetzt, einige Nummern im vorausfertig zu haben. Jetzt ist es zehn Uhr und es ist noch keineZeile da. Ich will, damit diese Nummer glänzend wird,Vernou und Nathan bitten, uns etliche zwanzig Bosheitengegen die Deputierten, den Kanzler Cruzoe, die Ministerund, wenn's not tut, gegen unsere Freunde zu geben. Insolcher Lage wäre man imstande, seinen Vater zu ermorden.Man ist wie ein Seeräuber, der seine Kanonen mit denTalern, die er erbeutet hat, ladet, um sich vor dem Todzu retten. Schreiben Sic einen recht feinen Artikel, Siehaben dann bei Finot einen großen Stein im Brett: er istdankbar aus Berechnung. Das ist die beste und solidesteDankbarkeit!" „Was für Menschen sind denn die Jour-nalisten!" rief Lucien. „Wie! Man soll sich an einen Tischsetzen und geistreich sein? . . ." „Genau wie man eineLampe anzündet. . . solange sie noch öl hat."

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