Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
368
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„Coralie ist wild nach Ihnen," sagte der hereintretendeLousteau zu ihm. „Ihre Schönheit, die der der berühm-testen Marmorstatuen Griechenlands ebenbürtig ist, richtethinter den Kulissen eine unerhörte Verheerung an. Sie sindglücklich, mein Lieber. Mit ihren achtzehn Jahren kannCoralie in ein paar Tagen sechzigtausend Pranken jährlichfür ihre Schönheit haben. Sie ist noch ein durchaus ehr-bares Mädchen. Ihre Mutter hat sie vor drei Jahren fürsechzigtausend Franken verkauft, und sie hat bisher nurKummer geerntet und dürstet nach dem Glück. Sie istaus Verzweiflung zum Theater gegangen, sie verabscheuteHerrn von Marsay, der sie zuerst besessen hat; und alssie der Galeere entrann — denn der König unserer Dandyshat sie bald freigegeben —, fand sie unsern guten Camusot,den sie kaum liebt; aber er ist wie ein Vater zu ihr, sieduldet ihn und läßt sich lieben. Sie hat schon die groß-artigsten Vorschläge zurückgewiesen und hält sich anCamusot, der sie nicht quält. Sie sind also ihre erste Liebe.0, es war ihr wie ein Pistolenschuß ins Herz, als sie Sicsah, und Plorine ist zu ihr in ihr Ahkleidezimmer gegangen,um ihr gut zuzureden, denn sie sitzt da und weint überIhre Kälte. Das Stück wird durchfallen, Coralie kann ihreRolle nicht mehr, und mit dem Engagement ans Gymnase,das Camusot ihr verschaffen wollte, ist es aus!" „Ach! ...das arme Mädchen!" sagte Lucien. All seine Eitelkeitfühlte sich von diesen Worten geschmeichelt und seinHerz war gebläht von Selbstgefühl. „Mein Lieber, mirbegegnen an einem Abend mehr Ereignisse, als in denersten achtzehn Jahren meines Lebens."

Und Lucien erzählte sein Liebesverhältnis zu Frau vonBargeton und seinen Haß gegen den Baron du Chätelet.

„Warten Sie mal, unserm Blatt fehlt es gerade an An-griffsstoff, wir werden ihm was versetzen. Dieser Baron istein Geck aus der Kaiserzeit, er ist ministeriell, er kommt

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