Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
353
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Holzgalerien so gedemütigt und zugleich so frech aufge-treten war, zeigte sich ihm jetzt in seltsamer Herrlichkeitund absonderlicher Gestalt. Dieses Gemisch aus Höhenund Tiefen, aus Kompromissen mit dem Gewissen, ausÜberlegenheit und Erbärmlichkeit, aus Preisgebung undGenuß, aus Größe und Knechtschaft stumpfte ihn ab, wieeinen, der einem unerhörten Schauspiel zusieht.

»Glauben Sie, daß das Stück von du Bruel Ihnen Geldeinbringt?" fragte Finot den Direktor. „Das Stück istei u Intrigenstüek, in dem du Bruel uns als Beaumarchaiskommen wollte. Das Boulevardpublikum hebt diese Gat-tung nicht, es will mit Gefühlserregungen und Leiden-schaften vollgepfropft werden. Der Witz ist bei ihm nichtbeliebt. Alles hängt heute abend von Florine und Coraliea b, die entzückend schön und graziös sind. Diese beidenMädchen haben sehr kurze Röcke, sie haben einen spa-nischen Tanz zu tanzen, sie können das Publikum fort-reißen. Diese Vorstellung ist ein Spiel mit Würfeln. Wenn"üe Zeitungen mir im Falle des Erfolgs ein paar gute Artikelschreiben, kann ich hunderttausend Taler verdienen."»Wissen Sie, ich sehe schon, es wird nur ein Achtungs-erfolg," sagte Finot. „Es ist von den drei benachbartenJ-heatem eine Intrige gesponnen worden, man wird inJedem Falle zischen; aber ich habe dafür gesorgt, daß diese»ösen Absichten vereitelt werden. Ich habe den Claqueurs,tue gegen mich hierher geschickt wurden, mehr bezahlt.Und sie werden sich bei ihrem Zischen ungeschickt an-bellen. Es sind da zwei Kaufleute, von denen jeder, um•-'Oralie und Florine einen Triumph zu verschaffen, hundert"illets genommen hat; sie haben sie solchen BekanntenSegeben, die imstande sind, mit der Intrige fertig zuVerden. Die zweimal bezahlte Intrige wird zurück-gewiesen, und ein solcher Vorgang bringt das PublikumImmer in gute Stimmung." „Zweihundert Billets! WasTv 353