Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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erstaunt über ein Beispiel von der Macht der Presse, daser da sehen sollte.

„Der Herr gehört zu mir," sagte Etienne zu dem Kon-trolleur, der sich bis zum Boden verneigte. „Sie werdensehr schwer Plätze finden," sagte der Oberkontrolleur.„Es sind nur noch in der Direktionsloge Plätze frei."

Etienne und Lucien irrten eine Zeitlang in den Gängenherum und verhandelten mit den Schließerinnen.

„Wir wollen auf die Bühne gehen. Wir werden mit denjiDirektor sprechen, und er nimmt uns in seine Loge. Über-dies stelle ich Sie der Heldin des Abends, Florine, vor."

Auf ein Zeichen Lousteaus nahm der Orchesterportiereinen kleinen Schlüssel und öffnete eine Tapetentür.Lucien folgte seinem Freund und kam plötzlich aus derrihellorleuchteten Korridor in die schwarze Höhle, die fastin allen Theatern die Verbindung zwischen dem Zuschauer-raum und der Bühne herstellt. Dann stieg unser Provin-ziale einige feuchte Stufen hinauf und hatte die Bühnevor sich, wo ihn das seltsamste Schauspiel erwartete. DieEnge der Kulissenstützen, die Höhe des Theaters, dieRampenlichter, die, aus der Nähe gesehen, so greulichenDekorationen, die geschminkten Schauspieler, ihre gro-tesken und aus so groben Stoffen verfertigten Kostüme,die Theaterarbeiter mit ölglänzenden Westen, die herunter-hängenden Schnüre, der Regisseur, der mit dem Hut aufdem Kopf hin und her ging, die Statistinnen, die herum-saßen, die hängenden Hintergründe, die Feuerwehrleute,dieses Ganze von närrischen, traurigen, schmutzigen,schrecklichen, schimmernden Dingen glich so wenig dem,was Lucien von seinem Theatorplatz aus gesehen hatte,daß sein Staunen grenzenlos war. Ein braves und grob-gebautes Melodrama namens ,Bertram' war beinahe zuEnde, ein Stück, das nach einer Tragödie von Maturinverfaßt war, die Nodier, Lord Byron und Walter Scott

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