„Schön, ich werde lesen," sagte Dauriat und machteeine königliche Gebärde, die die ganze Bedeutung diesesVersprechens zeigen sollte. „Wenn deine Sonette auf derHöhe des neunzehnten Jahrhunderts stehen, Kleiner, dannmache ich aus dir einen großen Dichter." „Wenn er sogeistvoll ist, wie er schön ist, laufen Sie keine großeGefahr," sagte einer der berühmtesten Kammerredner,der mit einem Redakteur des ,Constitutionnel' und demHerausgeber der ,Minerva' plauderte. „General," ant-wortete Dauriat, „Ruhm heißt für zwölftausend FrankenArtikel und für tausend Taler Diners, fragen Sie den Ver-fasser des .Einsiedler'. Wenn Herr Benjamin Constantüber diesen jungen Dichter einen Artikel schreiben will,werde ich mich nicht lange besinnen, das Geschäft ab-zuschließen."
Bei dem Wort ,General' und als er den berühmten Ben-jamin Constant anreden hörte, kam der Laden unsermProvinzialen beinah wie der Olymp vor.
„Lousteau, ich habe mit dir zu sprechen," sagte Finot;„aber ich sehe dich im Theater wieder. —• Dauriat, ichmache das Geschäft, aber ich habe Bedingungen. Gehenwir in Ihr Kontor." „Komm, Kleiner," sagte Dauriatund ließ Finot vor sich eintreten, dabei machte er zuzehn Personen hin, die wartend dastanden, eine Hand-bewegung, die zeigen sollte, daß er keine Zeit hatte.
Als er schon beinah in der Tür verschwunden war, hieltihn der ungeduldige Lucien fest.
„Sie behalten mein Manuskript, wann habe ich Ant-wort?" „Ja, kleiner Dichter, komm doch in drei odervier Tagen wieder, wir werden sehen."
Lucien wurde von Lousteau fortgezogen, der ihm nichtdie Zeit ließ, Vernou oder Blondct oder Raoul Nathanoder den General Foy oder Benjamin Constant zu grüßen,dessen Buch über die Hundert Tage eben erschienen war.
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