„Er kauft eine Wochenschrift, die er wieder in Schwungbringen will, um sie dem Einfluß der ,Minerva', die zuausschließlich Eymery dient, und dem ,Conservateur',der zu blind den Eomantikern dient, entgegenzustellen."„Wird er gut zahlen?" „Wie immer . . . zuviel!" er-widerte der Kassier.
In diesem Augenblick trat ein junger Mann herein, vondem eben ein vorzüglicher Eoman erschienen war, derschnellen Absatz und den schönsten Erfolg gefunden hatte,ein Roman, dessen zweite Auflage eben für Dauriat ge-druckt wurde. Der junge Mann war eine außergewöhnlicheund bizarre Erscheinung, die gleich die Künstlernatur ver-riet, und er fiel Lucien sehr auf.
„Das ist Nathan," sagte Lousteau unserm Provinz-dichter ins Ohr.
Nathan trat trotz dem Ausdruck wilden Stolzes in seinemdamals noch ganz jugendlichen Gesicht an die Journalistenmit gezogenem Hut heran und stand fast demütig vorBlondet, den er bis jetzt nur vom Sehen kannte. Blondetund Finot behielten ihre Hüte auf dem Kopf.
„Ich bin glücklich über die Gelegenheit, die mir der Zu-fall verschafft ..." „Er ist so verlegen, daß er in Pleo-nasmen spricht," sagte Felicien zu Lousteau. „... Ihnenmeine Dankbarkeit für den schönen Artikel auszusprechen,den Sie so freundlich waren, im Journal des Debats übermich zu schreiben. Mein Buch verdankt Ihnen die Hälfteseines Erfolgs." „Nein, mein Lieber, nein," sagte Blondetmit gutmütiger Gönnermiene. „Hol mich der Teufel! Siehaben Talent, und ich freue mich sehr, Ihre Bekanntschaftzu machen." „Da Ihr Artikel schon erschienen ist, kannes ja nicht aussehen, als ob ich dem Mächtigen schmeichelnwollte; wir können also ungeniert zueinander sein. WollenSie mir die Ehre und das Vergnügen machen, morgen mitmir zu essen? Finot wird dabei sein. — Lousteau, alter334