Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
337
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Freund, du sagst nicht nein," fügte Nathan hinzu undschüttelte Etienne die Hand. — „Ah, Sie sind auf einemschönen Wege," sagte er wieder zu Blondet, „Sie sind derErbe der Dussault, der Fievee, der Geoffroy! Hoff mannhat über Sie mit Claude Vignon, seinem Schüler, der meinFreund ist, gesprochen und hat zu ihm gesagt, er könneruhig sterben, da für die Existenz des Journal des Debatsgesorgt sei. Man muß Ihnen ein riesiges Honorar zahlen?".,Hundert Franken für die Spalte," sagte Blondet. „DerPreis ist nicht hoch, wenn man genötigt ist, Bücher zubesprechen, davon hundert zu lesen, bis man eins findet,mit dem man sich beschäftigt, wie das Ihre. Auf Ehre,Ihr Werk hat mir Vergnügen gemacht." „Und hat ihmfünfzehnhundert Franken eingebracht," sagte Lousteau zuLucien. „Sie beschäftigen sich auch mit Politik?" fingNathan wieder an. „0 ja, hie und da," erwiderte Blondet.

Lucien, der sich hier wie ein Embryo vorkam, hatte dasBuch Nathans bewundert, er verehrte den Verfasser wieeinen Gott, und er war aufs höchste verblüfft über dieseKriecherei vor einem Kritiker, von dessen Namen undBedeutung er nichts wußte.

,Werde ich mich je so benehmen? Muß man seine ganzeWürde aufgeben?' fragte er sich. — ,Setz doch deinen Hutauf, Nathan! Du hast ein schönes Buch geschrieben undder Kritiker nur einen Artikel.'

Diese Gedanken peitschten ihm das Blut durch dieAdern. Er sah in jedem Augenblick schüchterne jungeLeute, Schriftsteller, die Geld brauchten, hereintreten, dienach Dauriat fragten, aber wenn sie die Bude voll sahen,daran verzweifelten, zu ihm zu dringen und beim Hinaus-gehen sagten: ,Ich werde wiederkommen.' Zwei oder dreiPolitiker plauderten in einer Gruppe, bei der politischeBerühmtheiten standen, von der Einberufung der Kam-mern und von öffentlichen Angelegenheiten. Die Wochen-

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