Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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z u wissen, ob ich je seine Macht haben werde. Sie habenüber nichts zu zittern, als daß ich schlecht werden könnte;Sie wären an meinen Lastern mitschuldig. Ach, ich be-klage Sie, daß Sie zu dem Kuhm, nach dem ich jetzt, vonder Arbeit geleitet, steuern will, nichts mehr beitragenkönnen."

Nachdem Lucien diesen pathetischen Brief, der aber vollder düstern Würde war, die der Künstler von einund-zwanzig Jahren oft in übertriebenem Maße zu besitzenP fle gt, geschrieben hatte, trugen ihn seine Gedanken zuSe iner Familie: er sah die hübsche Wohnung vor Augen,d 'e David ihm auf Kosten eines Teils seines Vermögenseingerichtet hatte; die stillen, bescheidenen bürgerlichenPl euden, die er genossen hatte, tauchten vor ihm auf; dieGestalten seiner Mutter, seiner Schwester und Davids stell-ten sich vor ihn; er sah noch einmal die Tränen, die sie beiseiner Abreise vergossen hatten, und er weinte selbst, denner war allein in Paris, ohne Freunde, ohne Beschützer.

Einige Tage später schrieb Lucien an seine Schwesterde n folgenden Brief:

»Meine teure Eva! Die Schwestern haben das traurigeVorrecht, mit ihren Brüdern, die sich der Kunst geweihthaben, mehr Schmerzen als Freuden zu teilen, und ichfa nge an zu fürchten, Dir sehr zur Last zu fallen. Habeic h Euch alle, die Ihr Euch für mich aufgeopfert habt,aicht schon genug ausgenützt? Diese Erinnerung an meineVergangenheit, die so voll der Freuden des Familienlebensist, hat mich in der Verlassenheit meines jetzigen Lebensgestärkt. Bin ich doch mit der Geschwindigkeit einesAdlers, der zu Nest fliegt, durch den weiten Raum geeilt,der uns trennt, um in eine Sphäre wahrer Liebe zu kommen,nachdem ich den ersten Jammer und die ersten Enttäu-schungen der Pariser Welt gekostet habe. Haben EureLichter geknistert? Sind die Scheite in Eurem Kamin

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