Liebe anwendet, um dieses Kind zu verführen? Die zärt-lichsten Versprechungen, die Luftschlösser, die ihn ent-zücken, kosten sie nichts; sie entführt ihn, sie bemächtigsich seiner, sie schilt ihn wegen seines geringen Vertrauens,sie schmeichelt ihm; und wenn nun das Kind seine Famiueverläßt und ihr blind folgt, dann führt sie ihn an den Bandeines ungeheuren Meers, läßt ihn lächelnd ein gebrech-liches Boot besteigen und überläßt ihn allein ohne Beistanden furchtbaren Wogen; dann fängt sie auf dem Felsen,auf dem sie in Sicherheit ist, zu lachen an und wünschihm gute Beise. Diese Frau sind Sie; dieses Kind bin 10»"In den Händen dieses Kindes befindet sich ein Andenken,das Ihre verbrecherische Gunst und Ihre Hingabe verratenkönnte. Sie könnten erröten müssen, wenn Sie dem Iund,das den Wellen preisgegeben ist, wiederbegegneten unidaran dächten, daß Sie es auf Ihrem Schoß gehabt haben-Wenn Sic diesen Brief lesen, wird das Andenken in IhremBesitz sein. Es steht Ihnen frei, alles zu versessen. Nacnden schönen Hoffnungen, die Ihre Hand mir am Hnnrneigewiesen hat, finde ich die Wirklichkeit des Elends U 11Schmutz von Paris. Während Sie glänzend und angebetetauf den Höhen der vornehmen Welt sich ergehen, bis Z uderen Schwelle Sie mich geführt haben, werde ich in derelenden Dachstube, in die Sie mich verbannt haben, ml*den Zähnen klappern. Aber vielleicht packt Sie die Beuemitten in den Festen und Vergnügungen, vielleicht denkenSie dann au das Kind, das Sie in den Abgrund geworfenhaben. Wohlan, Madame, denken Sie ohne Beue an dasKind! Aus der Tiefe seines Elends heraus reicht Ihnendieses Kind das Letzte, was ihm geblieben ist: seine Ver-zeihung mit einem letzten Blick. Ja, Madame, dank Ihnenbesitze ich weiter nichts. Nichts! Ist das nicht der Stoff,aus dem die Welt gemacht worden ist? Das Genie mußGott nachahmen: ich will mit seiner Güte beginnen, ohne
236