gerutscht? Hat es Euch im Ohr geklungen? Hat meineMutter gesagt: ,Lucien denkt an uns'? Hat David ge*antwortet: ,Er kämpft mit Menschen und Dingen'? LiebeEva, ich schreibe diesen Brief für Dich allein. Dir alle» 1traue ich mich, das Gute und das Böse, das mir zustoßenwird, zu gestehen; ich weiß, ich werde über das eine Wieüber das andere erröten, denn hier ist das Gute so selten,wie es das Böse sein sollte. Du sollst viel in wenig Wortenerfahren: Frau von Bargeton hat sich meiner geschämt, hatmich am neunten Tage nach meiner Ankunft verleugnet,verstoßen, mir den Laufpaß gegeben. Sie hat mich gesehenund hat den Kopf weggewandt, und ich habe, um ihr mdie Welt folgen zu können, in der sie mich hochbringenwollte, siebzohnhundertundsechzig von den zweitausendFranken, die ich aus Angouleme mitbrachte und so schwelaufgetrieben habe, ausgegeben. Wofür? wirst Du fragen-Arme Schwester! Paris ist ein absonderlicher Schlund:man kann dort für achtzehn Sous zu Mittag essen, und daseinfachste Diner eines feinen Restaurants kostet fünfegFranken; Du bekommst Westen und Hosen für vier Frankenund vierzig Sous: die Modeschneider machen Dir sie nichtunter hundert Franken. Man gibt einen Sou, um über dieRinnsteine der Straßen hinüberzukommen, wenn es regnet.Schließlich kostet die kleinste Wagenfahrt zweiunddreißigSous. Nachdem ich zuerst im eleganten Viertel gewohnthabe, bin ich jetzt im Hotel de Cluny in der Rue de Cluny,einer der ärmlichsten und düstersten Gassen von Paris, diezwischen drei Kirchen und den alten Baulichkeiten derSorbonne liegt. Ich bewohne ein möbliertes Zimmer imvierten Stock dieses Hotels, und obwohl es recht schmutzigund kahl ist, zahle ich immer noch fünfzehn Franken imMonat. Ich habe zum Frühstück für einen Sou Milch undein kleines Brot für zwei Sous, aber ich esse sehr gut fürzweiundzwanzig Sous in der Kneipe eines gewissen Flico-238
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