Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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wie es mit der Zahlungsfähigkeit seines unbekannten Kun-den stünde. Lucien war mit der Post angekommen, Frauvon Bargeton hatte ihn am letzten Donnerstag im Wagenins Vaudeville gefahren. Diese Auskunft war gut. Staubnannte Lucien ,Herr Graf und zeigte ihm, mit welchemTalent er seine entzückenden Formen zur Geltung ge -bracht hatte.

„Ein junger Herr, der so angezogen ist," sagte er zuihm, „braucht nur in den Tuilerien spazieren zu gehen,nach Verlauf von vierzehn Tagen kann er eine reiche Eng'länderin heiraten."

Dieser Scherz des deutschen Schneiders und die Voll-endung seines Anzugs, die Feinheit des Tuchs, die Grazie,die er an sich selbst bemerkte, als er in den Spiegel sah,diese kleinen Dinge nahmen Lucien seine Traurigkeit etwas.Es schwebte ihm vor, Paris wäre die Residenz des Zufalls,und er glaubte für einen Augenblick an den Zufall. Hatteer nicht einen Gedichtband und einen prächtigen Roman,den ,Bogenschützen Karls IX.', im Manuskript! Er glaubtean sein Schicksal. Staub versprach den Rock und dieübrigen Kleidungsstücke für den nächsten Tag. Am näch-sten Tag kamen der Schuhmacher, die Wäschenäherin undder Schneider, alle mit ihren Rechnungen bewaffnet. Lucienverstand sich nicht darauf, sie los zu werden, er stand nochunter dem Bann der Provinzgewohnheiten und bezahltesie; aber nachdem er sie bezahlt hatte, blieben ihm vonden zweitausend Franken, die er mit nach Paris gebrachthatte, nur noch dreihundertsechzig: seit einer Woche wa*er da! Trotzdem kleidete er sich an und ging aus, um auider Terrasse des Feuillants spazieren zu gehen. Er nahmdort eine kleine Rache. Er war so vorzüglich gekleidet,so anmutig, so schön, daß mehrere Frauen ihn ansahen,und zwei oder drei waren über seine Schönheit so betroffen,daß sie sich nach ihm umblickten. Lucien studierte den

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