heiraten. So ist die Welt! Wer sich zur Schau stellt, überden wird geredet. Herr von Marsay kam herüber undlachte mit der Marquise d'Espard auf Ihre Kosten, unddie beiden Damen sind sofort geflohen, weil sie glaubten,in Ihrer Nähe kompromittiert zu werden. Machen Siekeinen Versuch, zur einen oder zur andern zu gehen, Frauvon Bargeton würde von ihrer Cousine nicht mehr emp-fangen werden, wenn sie fortführe, Sie zu sehen. Sie habenGeist und Talent, versuchen Sie, sich zu rächen. Die Weltverachtet Sie, verachten Sie die Welt. Flüchten Sie in eineMansarde, schaffen Sie dort Meisterwerke, erlangen Sieirgendeine Macht und Sie werden die Welt zu Ihren Füßense hen; Sie geben ihr alsdann die Wunden an derselbenStelle zurück, wo Sie sie empfangen haben. Je mehr Frauvon Bargeton Ihnen Freundschaft bezeigt hat, um so mehrFremdheit wird sie jetzt für Sie haben. Das ist so mit denWeiblichen Gefühlen. Aber es handelt sich in diesem Augen-blick nicht darum, die Freundschaft von Anais wiederzu-er obern, es handelt sich darum, sie nicht zur Feindin zuhaben, und ich will Ihnen das Mittel sagen. Sie hat Ihnengeschrieben, geben Sie ihr alle ihre Briefe zurück, sie wirdfur dieses vornehme Benehmen erkenntlich sein; wenn Siesi e später brauchen, wird sie Ihnen nicht feindselig ge-8 innt sein. Ich für mein Teil habe eine so hohe Meinungvon Ihrer Zukunft, daß ich Sie überall in Schutz genommenüa ße, und daß Sie mich schon jetzt, wenn ich irgend etwasf hr Sie tun kann, bereit finden, Ihnen zu dienen."
Lucien war so niedergeschmettert, so blaß und verstört,daß er dem alten Gecken, der von der Pariser Luft wiederverjüngt worden war, den trocken höflichen Gruß nichterwiderte, mit dem er ihn verließ. Er kehrte in sein Hotel2u rück, wo er Staub in Person antraf, der angeblich ge-kommen war, um ihm seinen Anzug zu probieren, in Wahr-heit aber, um von der Wirtin des Gaillard-Bois zu erfahren,
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