an den Gesten der beiden Stutzer sehen, daß sie Frau vonBargeton über ihre Metamorphose Komplimente sagten.Madame d'Espard strahlte von Heiterkeit und Gesundheit:ihre Unpäßlichkeit war also nur ein Vorwand, um Luciennicht zu empfangen, und sie dachte nicht daran, ihr Dinerauf einen andern Tag zu verlegen. Der wütende Dichternäherte sich der Kalesche, ging langsam und grüßte dieDamen, als er gerade vor ihnen stand: Frau von Bargetonwollte ihn nicht sehen, die Marquise betrachtete ihn durchür Lorgnon und erwiderte seinen Gruß nicht. Die Zurück-weisung von seiten der Pariser Aristokratie war nicht sowie die der Herren von Angouleme: die Krautjunker hattensieh zwar bemüht, Lucien zu verletzen, hatten aber dochzugleich seine Macht anerkannt und ihn für einen Menschengenommen; während er für die Marquise d'Espard nichteinmal existierte. Es war kein Urteil, sondern eine Rechts-verweigerung. Den armen Dichter überlief ein gräßlicherSchüttelfrost, als Herr von Marsay ihn lorgnettierte; derPariser Löwe ließ sein Lorgnon so seltsam herunterfallen,daß es Lucien vorkam, als wäre es das Beil der Guillotine.Die Kalesche fuhr vorbei. Wut und Rachsucht bemäch-tigten sich dieses verachteten Menschen: wenn Frau vonBargeton vor ihm gestanden wäre, hätte er sie erwürgt; inseiner Phantasie war er Fouquier-Tinville, um die Wonnezu kosten, Frau d'Espard aufs Schafott zu schicken; erverspürte ein Gelüste, Herrn von Marsay mit einer derausgesuchten Foltern zu bestrafen, wie sie die Wilden er-funden haben. Er sah Canalis vorüberreiten, elegant, wiees der gefälligste aller Dichter sein mußte, und immer mitder Hand am Hute zur Begrüßung der schönsten Frauen.,Mein Gott! Gold, Gold um jeden Preis!' sagte sichLucien, ,das Geld ist die einzige Macht, vor der diese Weltkniet.' — ,Nein!' rief ihm sein Gewissen zu, .sondern derRuhm, und der Ruhm ist Arbeit! Arbeit! heißt die
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