Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
Seite
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deutlich sehen. Sie war nicht zum Wiedererkennen: dieFarben ihrer Toilette waren so gewählt, daß ihr Teintzur rechten Geltung kam; ihr Kleid war entzückend; ihreHaare waren anmutig frisiert und standen ihr gut zu Ge-sicht, und ihr Hut war von erlesenem Geschmack undkonnte sich sogar neben dem der Marquise d'Espard sehenlassen, die maßgebend für die Mode war. Es gibt eine un-definierbare Art, einen Hut zu tragen: man setze den Hutein wenig nach hinten, und man sieht keck aus, man setzeihn zu sehr nach vorn, dann sieht man verschmitzt aus;sitzt er zur Seite, bekommt man ein burschikoses Aussehen;und die Frauen von Welt setzen ihre Hüte wie sie wollenund sehen immer gut aus. Frau von Bargeton hatte diesesseltsame Problem sofort gelöst. Ein hübscher Gürtel standgut zu ihrer schlanken Taille. Sie hatte die Handbewe-gungen und das Benehmen ihrer Cousine angenommen; siesaß wie sie da und spielte mit einem eleganten Riechdös-chen, das mit einem Kettchen an einem der Finger derrechten Hand befestigt war, und zeigte so ihre zarte, schönbehandschuhte Hand, ohne daß es so aussah, als ob siesie zeigen wollte. Kurz, sie hatte sich Frau d'Espard ähn-lich gemacht, ohne sie nachzuäffen; sie war die würdigeCousine der Marquise, die auf ihre Schülerin stolz zu seinschien. Die Damen und Herren, die auf der Allee spazierengingen, sahen nach dem glänzenden Wagen, der die beidenWappenschilder der d'Espard und der Blamont-Chauvrytrug. Lucien war erstaunt über die große Zahl Personen,die die beiden Cousinen grüßten; er wußte nicht, daß diesesganze Paris, das aus zwanzig Salons besteht, das Ver-wandtschaftsverhältnis der Frau von Bargeton und derMarquise d'Espard bereits kannte. Junge Herren zu Pferde,unter denen Lucien Herrn von Marsay und Rastignac be-merkte, schlössen sich der Kalesche an, um die beidenCousinen ins Wäldchen zu geleiten. Lucien konnte leicht

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