zu Loge schweifte, und schließlich durch seine eigenenGedanken in Anspruch genommen, die angesichts derPariser Gesellschaft recht nachdenklich waren.
,Das ist also mein Eeich,' sagte er sich, ,das ist dieWelt, die ich erobern soll!'
Er ging zu Fuß nach Hause und dachte an alles, wasdie großen Männer, die Madame d'Espard ihre Aufwartunggemacht hatten, gesagt hatten; ihr Benehmen, ihre Hand'bewegungen, die Art zu kommen und zu gehen, alles kehrtemit erstaunlicher Treue in sein Gedächtnis zurück. Amnächsten Tag gegen Mittag war es sein erstes Geschäft, z uStaub zu gehen, der damals der berühmteste Schneiderwar. Mit Geld und guten Worten setzte er es durch, daßsein Anzug für den bedeutungsvollen Montag fertig werdensollte. Staub verstieg sich so weit, ihm für diesen ent-scheidenden Tag einen köstlichen Rock, eine Weste undeine Hose zu versprechen. Lucien bestellte sich bei einerWäschenäherin Hemden, Taschentücher, eine ganze kleineAussteuer, und ließ sich bei einem berühmten Schuhmacherdas Maß für Schuhe und Stiefel nehmen. Er kaufte beiVerdier einen hübschen Stock, Handschuhe und Hernd-knöpfe bei Madame Irlande, kurz er versuchte, sich aufdie Höhe der Dandys zu bringen. Als er alle seine Wünscheerfüllt hatte, ging er nach der Rue Neuve-de-Luxernbouigund erfuhr, daß Louise ausgegangen war.
„Sie speist bei der Frau Marquise d'Espard und wirdspät nach Hause kommen," teilte ihm Albertine mit.
Lucien aß in einem Restaurant des Palais Royal f urvierzig Sous zu Abend und legte sich frühzeitig zu Bett.Am Sonntag ging er schon um elf Uhr zu Louise; sie warnoch nicht aufgestanden. Um zwei Uhr kam er wieder.
„Madame empfängt noch nicht," sagte Albertine zu ihm*„aber sie hat mir ein Briefchen für Sie gegeben." „^ ieempfängt noch nicht?" wiederholte Lucien. „Aber ich bin
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