liehe Kälte, die in seltsamem Gegensatz zu den glühen-den Erwägungen stand, mit denen er, unbekümmert umdie ungeheuren Schwierigkeiten, die er gewahrte und be-siegen wollte, auf diese neue Liebe losging. Er entriß sichseiner tiefen Versunkenheit, um wieder nach seiner neuenGöttin zu blicken; aber als er den Kopf wandte, war erallein; er hatte ein leichtes Geräusch gehört, die Tür hattesich geschlossen, und Madame d'Espard hatte ihre Cousinefortgeführt. Lucien war im höchsten Grade über diesesplötzliche Fortgehen überrascht, aber gerade weil er esunerklärlich fand, dachte er nicht lange daran.
Als die beiden Frauen in ihren Wagen gestiegen waren,der durch die Rue de Richelieu nach dem Faubourg Saint-Honore fuhr, sagte die Marquise mit verstelltem Zorn:„Liebes Kind, was denken Sie? Warten Sie doch, bisder Sohn eines Apothekers wirklich berühmt ist, bevor Siesich für ihn interessieren. Die Herzogin von Chaulieu ver-leugnet jetzt noch Canalis, der berühmt und der von Adelist. Dieser Bursche ist weder Ihr Sohn noch Ihr Geliebter,nicht wahr?" sagte diese hochmütige Frau und warf ihrerCousine einen forschenden und unverhüllten Bück zu.
,Welches Glück für mich,' dachte Frau von Bargeton.,daß ich dieses Bürschchen mir nicht zu nahe komm enließ und daß ich ihm nichts gewährt habe!'
„Nun also," fuhr die Marquise fort, die den Ausdruckder Augen ihrer Cousine als Antwort nahm, „lassen Siees dabei bewenden, ich rate Ihnen gut. Sich einen be-rühmten Namen beizulegen! ... das ist eine Kühnheit, diedie Gesellschaft sich nicht gefallen läßt. Meinetwegen solles der Name seiner Mutter sein; aber bedenken Sie doch,meine Liebe, daß dem König allein das Recht zusteht,durch besondern Kabinettsbefehl den Namen der Rubem-pre dem Sohn einer Frau, die diesem Haus entstammt,beizulegen; wenn sie unter ihrem Stand geheiratet hat,
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