Druckschrift 
1 (1909)
Entstehung
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Frauen ein Bündnis ergeben, das durch ihre beiderseitigenInteressen befestigt wurde. Frau von Bargeton widmetedieser Göttin des Tages einen Kultus, deren Manieren,deren Geist und deren ganze Umgebung sie verführt, ge-blendet und bezaubert hatten. Sie hatte in Madamed'Espard die geheime Macht der ehrgeizigen großen Dameerkannt, und sich gesagt, sie würde ans Ziel gelangen, wennsie sich zum Trabanten dieses Gestirns machte; sie hattesie also rückhaltlos bewundert. Die Marquise war für diesenaive Bewunderung nicht unempfindlich gewesen, sie nahmInteresse an ihrer Cousine und fand sie arm und hilfs-bedürftig; denn es paßte ihr ganz gut, eine Schülerin zuhaben, und sie war zufrieden, in Frau von Bargeton eineArt Hofdame zu haben, eine Sklavin, die ihr Lob sänge.Ein solcher Schatz war unter den Frauen von Paris nochseltener, als ein begeisterter Kritiker in der Zunft der Lite-raten. Indessen zeigte sich die Neugier des Publikums zudeutlich, als daß es die Neuangekommene nicht merkenmußte, und Madame d'Espard wollte sie freundlich inbezug auf diese Unruhe auf eine falsche Spur bringen.

„Wenn man uns Besuch macht," sagte sie zur ihr, „er-fahren wir vielleicht, welchem Umstand wir die Ehre diesesInteresses von Seiten dieser Damen verdanken." „Ichfürchte sehr, mein altes Samtkleid und meine AngoulemeiErscheinung wird die Pariserinnen amüsieren," sagte Frauvon Bargeton lachend. „Nein, Sie sind es nicht; es muß daetwas sein, was ich mir nicht erklären kann," fügte sie hinzuund wandte sich dem Dichter zu, den sie zum erstenmal be-trachtete und seltsam gekleidet fand. „Da ist Herr du Chä-telet," sagte in diesem Augenblick Lucien und zeigte mitdem Finger nach der Loge der Frau von Serizy, wo deralte, wie ein Jüngling herausgeputzte Geck eben eintrat.

Bei diesem Deuten mit dem Finger biß sich Frau vonBargeton vor Ärger auf die Lippen, denn die Marquise

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