konnte einen Blick und ein Lächeln der Verwunderungnicht zurückhalten, die geringschätzig zu fragen schienen:> Woher kommt denn der junge Mann?' Louise fühlte sichffi ihrer Liebe gedemütigt, und dieses Gefühl ist das pein-lichste, das es für eine Französin gibt, und sie kann es«Hern Geliebten nie verzeihen. In dieser Welt, wo dieKleinigkeiten von großer Bedeutung sind, kann eine Be-wegung oder ein Wort einen Anfänger ruinieren. Dasüauptverdienst der guten Manieren und des guten Tonsuer vornehmen Gesellschaft besteht darin, daß sie einharmonisches Ganzes vorstellen, wo alles so feststeht, daßnichts Anstoß erregen kann. Selbst solche Menschen, dieuifolge von Unkenntnis oder infolge irgendeiner Gedanken-losigkeit die Gesetze dieser Wissenschaft nicht befolgen,De greifen alle, daß in dieser Sache eine einzige Dissonanz,Wl e in der Musik, eine vollständige Verwirrung der Kunstselbst ist; denn wenn sie überhaupt bestehen soll, müssenalle ihre Bedingungen, auch in der geringsten Kleinigkeit,^geführt werden.
»Wer ist der Herr?" fragte die Marquise und blicktenach Chätelet. „Kennen Sie denn Frau von Serizy schon?""Ah! das ist die berühmte Frau von Serizy, die so vieleAbenteuer gehabt hat, und trotzdem überall empfangenw ird!" „Eine unerhörte Sache, meine Liebe," antworteted 'e Marquise, „eine erklärliche, aber noch nicht erklärte"ache! Die einflußreichsten Männer sind ihre Freunde, und*arum? Niemand wagt dieses Geheimnis zu ergründen. —u er Herr ist wohl der Löwe von Angouleme?" „Aber der"aron du Chätelet", sagte Ana'is, die ihrem Anbeter ausEitelkeit in Paris den Titel gab, den sie ihm sonst abstritt,•Ast ein Mann, der viel von sich reden gemacht hat. ErWa r der Reisegefährte des Herrn von Montriveau." „Ah!"s agte die Marquise. „Wenn ich diesen Namen höre, mußlc h immer an die arme Herzogin von Langeais denken,
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