er die Lorgnetten sich auf die Aristokratenlogen richten.Ohne Zweifel richteten die elegantesten Damen prüfendeBlicke auf Frau von Bargeton, denn sie lächelten alle,w enn sie unter sich sprachen. Wenn Madame d'Esparda Us den Bewegungen und dem Lächeln der Damen denwund ihrer ironischen Bemerkungen erriet, so war siedurchaus unempfindlich dagegen. Zunächst mußte jederm ihrer Gefährtin die arme Verwandte aus der Provinzerkennen, vor der keine Pariser Familie geschützt ist.ferner hatte ihr ihre Cousine etwas ängstlich von derToilette gesprochen, und sie hatte sie beruhigt, da sie sichüberzeugte, daß Anais, wenn sie erst einmal angezogenWar > bald die Pariser Manieren lernen würde. Es fehlte-Krau von Bargeton zwar an Übung, aber sie hatte denangeborenen Stolz einer Adligen und jenes Undefinierbare,d *s man Rasse nennen kann. Am kommenden Montagw urde es also schon anders aussehen. Überdies wußte die"larquise, daß das Publikum, wenn es erst erführe, daßdiese Frau ihre Cousine wäre, seine Spöttereien einstellenu üd eine neue Probe abwarten würde, ehe es mit seinemUrteil fertig wäre. Lucien ahnte nicht, was für Verände-rungen ein Schal um den Hals Louisens, ein hübschesJ-vleid, ein elegante Frisur und die Ratschläge Madamed Espards an ihr hervorbringen könnten. Als sie die Treppeinaufgingen, hatte die Marquise schon ihrer Cousine gesagt,Sle sollte ihr Taschentuch nicht offen in der Hand tragen.^er gute oder schlechte Ton hängt von tausend Kleinig-keiten dieser Art ab, die eine geistvolle Frau ebenso schnell"egreift, wie sie gewisse Frauen niemals lernen. Frau von"argeton, die eifrig und voll guten Willens war, besaßmehr als genug Verstand, um zu merken, worin sie Fehler°eging. So war Frau d'Espard gewiß, daß sie mit ihrerSchülerin Ehre einlegte, und unterzog sich gern ihrer Aus-bildung. Es hatte sich überdies zwischen diesen beiden
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